Aktive Tonabnahme

Aktive Tonabnahme, Gitarrentechnik, elektrische Gitarre oder elektrischer Bass, bei dem die von dem Tonabnehmer oder den Tonabnehmern generierte Tonspannung zunächst einem im Instrument eingebauten Vorverstärker zugeführt wird; das verstärkte Signal geht erst nach Vorverstärkung an den jeweiligen externen Instrumentalverstärker oder das Mischpult (DI-Box).

Die im Gegensatz zur aktiven Tonabnahme so genannte passive Tonabnahme ist historisch die ältere: Dabei wird die von den Tonabnehmern erzeugte Tonspannung an eine mehr oder weniger ausgeklügelte Kombination von Schaltern, Kondensatoren und Potentiometern übergeben, die das Signal zwar in Lautstärke und in Grenzen auch im Klang beeinflussen können, es aber nicht verstärken; der Ausgang dieser passiven Schaltungen ist immer hochohmig. Die an den angeschlossenen externen Instrumentalverstärker übermittelte Spannung ist daher sehr gering, das Signal selbst wegen der Hochohmigkeit störanfällig.
Von aktiver Tonabnahme spricht man, wenn die Tonspannung der Tonabnehmer zunächst an einen im Instrument eingebauten Verstärker geht. Hauptaufgabe des Verstärkers ist die Verstärkung des Signals, wie auch die Möglichkeit, die Lautstärke regulieren zu können, in der Regel kann das Tonsignal aber auch mehr oder weniger stark im Klang verändert werden, manchmal auch mittels eines in den Vorverstärker integrierten Equalizers; der Ausgang des Vorverstärkers kann niederohmig ausgelegt werden. Der Stromversorgung des Vorverstärkers dienen ein oder zwei 9-Volt-Batterien.

In das Instrument eingebaute Vorverstärker kamen in den 1970er-Jahren auf, als Transistoren und integrierte Schaltungen verfügbar waren, die die Vorverstärkung übernehmen konnten. Die früher verwendeten Vorverstärker benötigten dennoch relativ viel Platz, sodass im Korpus des jeweiligen Instrumentes ein gewisser Raum geschaffen werden musste. In jüngerer Zeit ist der Platzbedarf der Schaltungen geringer.

Beliebt war die aktive Tonabnahme zunächst besonders bei Bassisten, die besonders viel Wert darauf legten, dass das Signal ihres Instrumentes verzerrungsfrei übertragen wird; dies konnten die eingebauten Vorverstärker gewährleisten. Gitarristen übernahmen seinerzeit die Neuerung zögernd, da sie unerwünschte Veränderungen des Klangs ihrer Instrumente befürchteten. Mittlerweile gibt es Gitarren und Bässe, bei denen zwischen aktiver und passiver Tonabnahme gewählt werden kann.

Die Begriffe »aktive Tonabnahme« oder »aktiver Pickup« führen ein wenig in die Irre: Zwar kann die vorverstärkende Elektronik auch in das Pickup-Gehäuse selbst eingebaut werden, der eigentliche Tonabnehmer ist aber stets eine Kombination von Magneten und einer (Single Coil) oder mehrerer (Humbucker, Triple Coil) um die Magneten gewickelter Spulen, also ein passives Bauteil.