Beatle-Bass

Beatle-Bass, auch Beatles-Bass, zusammengesetzt aus englisch Beatle von The Beatles, und Bass, Musikerjargon; gemeint ist zwar eine real existierende elektrische Bassgitarre der deutschen Firma Höfner, doch ist dies nicht der tatsächliche Name des Instrumentes. Namengebend war vielmehr der Umstand, dass der Beatle Paul McCartney dieses Instrument spielte.

Zu einer frühen Besetzung der Beatles gehörte der Maler Stuart Sutcliff, der mit John Lennon befreundet war; er spielte Bass. Als Sutcliff Anfang 1962 die Band verließ, übernahm Paul McCartney den Bass. Er hatte vorher schon immer wieder mal den Bass gespielt, zuerst Sutcliffs Instrument genommen, dann einen eigenen Bass gesucht. Da es seinerzeit nur sehr wenige serienmäßig hergestellte Bässe für Linkshänder gab, McCartney das Aussehen von Rechtshänder-Instrumenten, die für Linkshänder »umgespannt« worden waren, als unbefriedigend empfand, war er auf der Such nach einem Bass, dessen Aussehen ihm zusagte.

In einem Hamburger Musikinstrumentengeschäft sah McCartney Ende 1960 den Violin-Bass 500/1 der deutschen Firma Höfner, der ihm wegen seiner symmetrische Form gefiel. Höfner war wohl auch in der Lage, auf Bestellung ein für Linkshänder angepasstes Modell des 500/1-Basses anzufertigen und zu liefern – gesichert bekannt ist dies aber nicht. Ein Indiz für die Stichhaltigkeit dieser Historie ist der Umstand, dass Höfner diesen Bass nicht offiziell im Lieferprogramm hatte, McCartneys erster Bass von Höfner aber Kontrollplatte und Schlagbrett in korrekter Lage auswies – nicht also »verkehrt« herum,wie es bei einem umgespannten Bass für Rechtshänder der Fall gewesen wäre.

Höfner soll später für McCartney einen besonders luxuriös ausgestatteten Violin-Bass gebaut haben; dieses Instrument erhielt McCartney indes nie. Er selbst kaufte sich 1963 einen zweiten Violin-Bass, der in seiner Ausgestaltung ein wenig von dem ersten abwich, etwa in der Anordnung der Tonabnehmer; später wurde auch das Schlagbrett des Instrumentes entfernt.

Wenn auch Höfner den Violin-Bass nie offiziell Beatle-Bass nannte, machte die Firma dennoch Werbung mit dem Renomme McCartneys und versah fabrikneue Instrumente mit einem Anhänger, der ein Foto des Beatles zeigte.

Literatur

Babiuk, Andy: Der Beatles-Sound – Die Fab Four und ihre Instrumente – auf der Bühne und im Studio; London 2001, dt. Bergkirchen 2002
Bacon, Tony: The ultimate Guitar Book; New York 1991

Weblink

Violin-Bass auf der Website des Gitarrrenherstellers Höfner