Bundreinheit

Bundreinheit, Bezeichnung für die unabdingbare Eigenschaft eines mit Bünden versehenen Instrumentes, dass die Tonhöhe der gegriffenen Saite mit dem jeweiligen Bund übereinstimmt, der einzelne Bund also an der »richtigen« Stelle sitzt.

Im engeren Sinn ist mit Bundreinheit gemeint, dass das jeweilige mit Bünden versehene Instrument mit dem Tonsystem und damit der üblichen Stimmung übereinstimmt. Seit dem 18. Jahrhundert wird in der europäischen Kunstmusik – und damit in jeder von dieser Musik beeinflussten Musik – die gleichschwebend temperierte Stimmung verwendet. In dieser Stimmung gibt es zwar kein einziges »reines« Intervall mehr – wie es sich aus der Länge der Saite und ihrer Teilung für Quarte und Quinte ergibt -, die Abweichung als Kompromiss aber das Spiel sämtlicher Tonarten ermöglicht. Die Abweichung von der reinen Stimmung wird dabei auf alle Töne der Oktave gleichmäßig verteilt. Daraus wiederum ergibt sich der berechenbare Abstand der Bünde, der bei Bau der Instrumente exakt eingehalten wird: Beispielsweise befinden sich dabei kleine Kreissägeblätter auf einer gemeinsamen Welle; die Sägeblätter sind dabei exakt auf die gegebenen Abstände eingerichtet. Mithin kann die Lage der Bünde nachträglich nicht mehr verändert werden.

Bundreinheit hat nichts mit einer reinen Stimmung zu tun, bei der Quinten und große Terzen rein gestimmt werden; bei der reinen Stimmung handelt es sich um eine historisch überlebte Stimmung. Bundierte Instrumente, deren Bünde entsprechend der gleichschwebend temperierten Stimmung auf dem Griffbrett verteilt werden – das ist bei allen industriell hergestellten Instrument der Fall, ebenso bei den meisten von Hand gebauten Instrumenten –, können nicht rein gestimmt werden. Mit Instrumenten ohne Bünde wie Violine, Violoncello usw., aber auch mit einem Fretless Bass ist das Spiel reiner Intervalle natürlich möglich.