Dämpfer

Dämpfer, italienisch: Sordino, französisch. Sourdine, englisch: mute, mechanische Einrichtung, um den Ton eines Musikinstrumentes einerseits in der Lautstärke zu verringern, andererseits, um den Klang des Tones zu verändern; ein Dämpfer kann in das Instrument fest eingebaut sein oder aber als separater Gegenstand mit dem Instrument zeitweise verbunden werden.

Im einfachsten Falle dient die Hand des Instrumentalisten als Dämpfer. So werden beispielsweise bei Zupfinstrumenten aller Art von Fall zu Fall beide Hände als Dämpfer eingesetzt, um etwa einzelne Saiten am Mitschwingen zu hindern; Dämpfung ist vor allem bei elektrischen Zupfinstrumenten wie elektrischer Gitarre und elektrischem Bass unerlässlich.

Bei Tasteninstrumenten wie Cembalo und Klavier, aber auch bei Orgel und Akkordeon werden Dämpfer fest eingebaut, so etwa bei Klavier und Cembalo in Form von Filzstreifen oder -polstern, die das Schwingen von Saiten teilweise oder ganz beenden, wenn der Spieler ein mit dem Dämpfer verbundenes Pedal betätigt.

Bei der Orgel können ganze Pfeifengruppen sich in einem Kasten befinden, der durch vom Spieltisch aus einzusetzende Klappen (Jalousie) mehr oder weniger stark geöffnet werden kann. Mit Filzstreifen können auch die Durchschlagzungen in einem Akkordeon daran gehindert werden, völlig frei zu schwingen.
Bei Blechblasinstrumenten werden verschiedene Dämpfer eingesetzt, dies, um nicht nur die Lautstärke der Instrumente zu verringern, sondern auch, um deren Klang zu verändern. Auch hier – etwa beim Horn – verwendet der Spieler die freie Hand zur Dämpfung, doch gibt es für viele Blechblasinstrumente eine Vielzahl verschiedener Dämpfer: Straight Mute, Cup Mute, Plunger Mute, Velvet Mute, Harmon Mute, Derby oder Hat Mute und Bucket Mute. Diese Dämpfer sind besonders im Jazz gebräuchlich, wie überhaupt Jazzmusiker mit verschiedene Dämpfern für ihre Instrumente experimentieren. Bei Holzblasinstrumenten werden separate Dämpfer nicht eingesetzt, doch gibt es bestimmte Spieltechniken – etwa bei Blockflöten –, bei denen die Schallaustritts Öffnung kurzzeitig abgedeckt wird, dies weniger um eine Lautstärkeverringerung zu erreichen als einen bestimmten Ton überhaupt spielen zu können.

Bei Streichinstrumenten werden ebenfalls Dämpfer eingesetzt, in Partituren durch die Spielanweisung con sordino angezeigt. Ein Dämpfer für Streichinstrumente besteht aus einem kleineren oder größeren Holzblock, der etwa die Form eines Kammes hat. Der Dämpfer wird auf den Steg aufgesteckt; der Kamm ist so konstruiert, das zwar die Saiten weiter frei schwingen können, das auf dem Steg nun aber befindliche Gewicht des Dämpfers, die Übertragung der Schwingung durch den Steg auf den Korpus des Instrumentes verändert. Der Klang eines Streichinstrumentes wird durch den Einsatz eines Dämpfers nicht nur leiser, sondern verändert ihn in eklatanter Weise. Häufig wird in Partituren nur einem Teil der Violinstimmen vorgeschrieben, den Dämpfer einzusetzen.

Schlaginstrumente werden mit der Hand gedämpft, dies meist, um die Schwingung vollständig zu beenden. In Snare Drums wurde früher eine Filzscheibe von etwa fünf bis sieben Zentimetern Durchmesser eingebaut, die durch eine außen am Trommelkorpus befindliche Schraube mehr oder weniger dicht an das Schlagfell heranbewegt werden konnte und dies am freien Schwingen hinderte. Da die meisten Schlagzeuger diese Art der Dämpfung ablehnen, haben nur noch wenige Snare Drums diese Dämpfungsvorrichtung. Doch werden auch Snare Drums – etwa durch ein auf das Schlagfell geklebtes Papiertaschentuch – gedämpft. Bass Drums dämpfen die meisten Schlagzeuger durch das Einlegen von Schaumstoff oder eine einfache Wolldecke; Sinn einer solchen Dämpfung ist weniger eine Verringerung der Lautstärke als vielmehr ein Abkürzen der Fellschwingung, wodurch ein klarerer Ton erreicht wird.
Manche Idiophone, etwa Metallophone wie Vibraphon, Glockenspiel und Röhrenglocken, werden wie Klavier und Cembalo mit fest eingebauten Dämpfern versehen, für die ebenfalls Filz verwendet wird.