Dreadnought

Dreadnought, Bezeichnung für einen besonderen Typus der Gitarre; der Begriff Dreadnought, englisch für »Fürchtenicht«, rührt von dem 1906 in Dienst gestellten britischen Kriegsschiff HMS Dreadnought her, mit dem eine neuartige Klasse von Kriegsschiffen eingeführt wurde.

Gitarren dieser Bauart sind akustische Gitarren mit einem erheblich vergrößerten Korpus, wobei vor allem die untere Hälfte des Korpus’ größere Maße als der herkömmlicher Gitarren aufweist. Dreadnoughts werden als die »typischen« Westerngitarren angesehen. Der Vorteil des vergrößerten Korpus’ liegt einerseits in der etwas größeren erreichbaren Lautstärke, anderseits in der besseren Wiedergabe vor allem der tiefen Frequenzen.

Die Dreadnought-Gitarre war 1916 von der Gitarrenbau-Firma Martin erstmals vorgestellt. Um Gitarren größere Lautstärke zu ermöglichen, waren zuvor schon Versuche mit Saiten aus Stahl angestellt worden. Der notwendig größere Zug dieser Saiten hatte Martin zu konstruktiven Änderungen veranlasst, die insbesondere die Verstärkung der Decke betrafen. Martin hatte dafür das so genannte X-Bracing, eine besondere Anordnung von Verstärkungsleisten auf der Unterseite der Decke, eingeführt. Die Vergrößerung des Korpus war eine weitere Maßnahme, die Lautstärke und Tiefton-Wiedergabe der Gitarre zu verbessern. Der Korpus, bei dem besonders dessen untere Ausrundung weit ausladender war als bei üblichen Gitarren – also etwa 41 Zentimeter statt 37 Zentimter betragen kann –, setzte bei einigen Modellen am zwölften Bund des Halses, bei anderen erst am vierzehnten Bund an. Häufig ist der Hals relativ schmal, jedoch nicht so schmal wie bei den meisten elektrischen Gitarren.

Dreadnought-Gitarren werden von mehreren Gitarrenherstellern gebaut, so neben Martin etwa von Gibson, Takamine, Framus und Lakewood. Mitunter tragen die Gitarren in ihrem Namen ein »J« – es steht für Jumbo.

Literatur

Denyer, Ralph: The Guitar Handbook; London/Sydney 1972/1982, 1990