Drehventil

Drehventil, Vorrichtung, um bei Blechblasinstrumenten die Luftsäule durch das mittels des Ventils hinzugeschaltete weitere Rohrteil zu verlängern. Blechblasinstrumente haben in der Regel ein bis vier, die Tuba auch fünf Ventile. Das Quartventil der Posaune ist ebenfalls ein Drehventil; eine jüngere Entwicklung für die Posaune (1976) ist das Thayer-Ventil, das eine besondere Konstruktion des Drehventils darstellt.

Drehventile

Drehventile (Fotolia)

Das Drehventil befindet sich in einer Hülse, die Teil des Rohres ist. Durch Betätigen einer meist waagerecht zum Instrument angebrachten Taste aus Metall wird über eine Metallstange das Ventil und damit das zusätzlich Rohrstück geöffnet, die gesamte Luftsäule des Instrumentes somit verlängert und macht weitere Töne erreichbar und ermöglicht damit chromatisches Spiel. Die Taste wird durch eine eng gewickelte Spiralfeder nach Betätigen wieder in die Ausgangslage zurückgebracht.

Das Drehventil wurde 1813 von dem deutschen Hornisten und Instrumentenbauer Friedrich Blühmel (* 1777, † 1845) und dem deutschen Trompeter und Hornisten Heinrich Stölzel (* 1777, † 1844) unabhängig voneinander erfunden. Stölzel kaufte die Rechte von Blühmel und erwarb für zehn Jahre das Patent auf die Erfindung. Erste mit Drehventilen ausgerüstet Instrumente wurden 1814 gefertigt, ab 1818 wurde das Ventilhorn im Konzertbetrieb eingesetzt. Weitere Verfeinerungen der Drehventil-Mechanik erfolgten 1819 durch den Instrumentenbauer Christian Friedrich Sattler, der dem bis dahin mit zwei Ventilen ausgerüsteten Horn ein drittes anfügte. Drehventile wurden dann für andere Blechblasinstrumente übernommen.

Instrumente mit Drehventil, insbesondere die Trompete, kommen vor allem in der Militärmusik und im Orchester zum Einsatz. In anderen Bereichen, etwa im Jazz und in der Rock- und Popmusik werden Instrumente mit Pumpventilen bevorzugt; dies auch, weil das Pumpventil bestimmte Spieltechniken möglich macht (Quetscher, Tremolo).