Gedackt

Gedackt, gedeckt, französisch: jeu bouché oder bourdon, italienisch: bordone tappato, englisch: covered stopp, Orgelbau, Bezeichnung für Labialpfeifen, deren Röhre oben durch einen Deckel verschlossen ist; wird in dem Deckel ein kleines Loch gelassen, so spricht man von halbgedackt.

Labialpfeifen aus Metall mit rundem Querschnitt und Labialpfeifen aus Holz können mit einem Deckel aus dem jeweils gleichen Material verschlossen werden. Bei hölzernen Pfeifen geschieht dies durch einen Zylinder aus Holz, der zum Stimmen der Pfeife verschoben werden kann. Bei Metallpfeifen wir die Pfeife entweder mit einer Art Hut abgedeckt oder aber ein Deckel fest aufgelötet; die letzteren Pfeifen können durch Manipulationen am Seitenbart rechts und links vom Labium gestimmt werden.

Das Resultat dieser Maßnahme ist einerseits eine Verringerung der Lautstärke, ein Hervortreten einiger ungeradzahliger Teiltöne und eine Tonhöhenänderung um eine Oktave nach unten. Die Fußlagenbezeichnung orientiert sich bei Gedackt-Registern aber an der Höhe des Tones, so dass die tiefste Pfeife eines 16-Fuß-Register tatsächlich nur eine Länge von 8 Fuß aufweist. Mit Gedackt-Registern, die es in den Fußlagen 32’, 16’, 8’, 4’ und 2’, auch 21 1/3’, 10 2/3’ und 5 1/3’ gibt, lassen sich bei vertretbarer Größe recht tiefe Töne erzeugen.

Das Abdecken einer Pfeife hat drastische Folgen für deren Obertongehalt: Es fehlen die geradzahligen harmonischen Teiltöne, also der 2., 4., 6. usw., während die ungeradzahligen Teiltöne, besonders der 3. und der 5., hervortreten und damit den eigentümlichen, etwas »hohlen« Klang der Gedackt-Register bewirken.

Register mit Gedackt-Pfeifen sind beispielsweise Untersatz (32’), Subbaß (16’), Gedackt-Bass (8’), Gedackt-Flöte. Rohrflöte ist der Name eines Halbgedackten Registers.