Gratung

Gratung, auch Kesselgratung, Abschrägung der Ränder eines Trommelkorpus’.

Kessel von Trommeln sind aus der Sicht der Herstellung nichts weiter als Abschnitte von aus Sperrholz oder Massivholz gefertigten Röhren. Die Schnittflächen der Kessel sind dabei natürlich senkrecht zur Länge der Röhre ausgerichtet. Würde man auf diese Kessel das Fell direkt spannen, so würde die Schwingung des Fells durch die Breite der Auflage – die der Kesselstärke entspricht unnötig behindern und dämpfen. Aus diesem Grund wird diese Fläche, Grat oder Kesselgrat genannt, nach innen abgeschrägt. Die Ausführung dieser Gratung variiert von Hersteller zu Hersteller und unterliegt auch ein wenig der Instrumentalmystik. Manche Hersteller lassen den nach der Abschrägung sehr schmalen Grat scharfkantig stehen, andere verrunden den Grat, wieder andere schrägen nicht um den gängigen Winkel von etwa 45 Grad ab, sondern weniger und wieder andere versehen den Kessel auch von außen mit einer kleineren Abschrägung. Sinn der Gratung ist es in jedem Fall, dem Fell einerseits ein freies Schwingen zu ermöglichen, andererseits den innigen Kotakt zwischen Fell und Kessel zu gewährleisten. Aus diesem Grund muss die Gratung mit größter Sorgfalt vorgenommen werden, denn es dürfen in der Auflage keine Fehlstellen auftreten.

Bei Kesseln aus Metall ist die Wandstärke des Kessels in aller Regel so gering, dass sich eine besondere Gratung erübrigt, die bei Kesseln aus Kunststoff aber wieder notwendig sein kann. Bei Holzkesseln mit Reinforcement-Ringen muss der Ring natürlich unterhalb der Gratung sitzen. Gratungen werden natürlich auf beiden Seiten des Kessels vorgenommen.