Mensur

Mensur, von lateinisch mensura für »Maß«, französisch: mesure, diapason, italienisch: misura, englisch: scaling, Abmessungen und das Verhältnis von Abmessungen bei Musikinstrumenten, insbesondere Blas- und Saiteninstrumenten; die Mensur eines Instrumentes bestimmt dessen Tonlage, Stimmung und äußeren Abmessungen

1) Bei Blasinstrumenten und bei den Pfeifen der Orgel wird mit Mensur das Verhältnis von Länge und Weite der einzelnen Röhre zueinander bezeichnet: Je weiter eine Röhre im Verhältnis zu ihrer Länge ist, desto weicher und »dunkler« der erzeugte Ton. Umgekehrt ist der Ton bei einer engen Mensur – also geringer Weite zur Länge – ein scharfer und »heller«, also obertonreicher Ton das Resultat. Bei Holzblasinstrumenten zählt auch die Zahl und Lage der Grifflöcher zur Mensur: Je tiefer die Stimmlage eines Holzblasinstrumentes ist, desto weiter auseinander liegen die Grifflöcher.
Natürlich spielt auch die Form der Luftsäule eine Rolle, also ob die Röhre überwiegend zylindrisch oder überwiegend konisch ausgestaltet ist.

2) Bei Saiteninstrumenten versteht man unter Mensur vor allem die Länge der Saiten und das Verhältnis der Saitenlänge zur Länge des Korpus; letzteres ist bei elektrischen Saiteninstrumenten wie elektrische Gitarre und elektrische Bassgitarre ohne Bedeutung. Aus der Saitenlänge ergibt sich auch die Länge des Griffbrettes, bei Bundinstrumenten die Lage der einzelnen Bünde sowie auch Spannung und Stärke der einzelnen Saite. Bei Tasteninstrumenten wie Kiel- und Hammerinstrumenten gehört auch die Lage der Anschlag- beziehungsweise Anrissstelle zur Mensur.