Mundstück

Mundstück, separates, auswechselbares Teil eines Blasinstrumentes, das der Spieler entweder an die Lippen setzt – so bei Polsterzungeninstrumenten – oder aber in den Mund nimmt, wie bei den Rohrblattinstrumenten; bei Flöten – Blockflöten, Querflöten – spricht man nicht vom Mundstück.

Während bei den Holzblasinstrumenten das Mundstück der Tonerzeugung dient, unterstützt das Mundstück bei Polsterzungeninstrumenten – zu denen alle Blechblasinstrumente gehören – diese lediglich; der eigentliche Ton wird bei Polsterzungenistrumenten von den Lippen des Spielers in Zusammenwirken mit der im Mundstück befindlichen Luft erzeugt.

Die Mundstücke von Einfachrohrblatt-Instrumenten und Doppelrohrblatt-Instrumenten unterscheiden sich erheblich: Während das Mundstück bei Doppelrohrblatt-Instrumenten lediglich aus einem Metallröhrchen besteht, auf das die beiden Blätter zu einer Einheit kombiniert aufgebunden werden, wird das Einfachrohrblatt auf einem Träger, auf den das Blatt beim Spiel aufschlägt und dadurch den Ton erzeugt, befestigt. In jedem Fall wird das Mundstück auf das eigentliche Instrument aufgesteckt.

Kesselmundstück einer Trompete

Kesselmundstück einer Trompete (Fotolia)

Bei Blechblasinstrumenten gibt es zwei wesentliche Bauformen von Mundstücken: Kesselmundstücke und Trichtermundstücke. Kesselmundstücke werden für Trompeten, Posaunen und Tuben eingesetzt, Trichtermudstücke bei Waldhorn und vielen Bügelhörnern; bei einigen Bügelhörnern kann der Spieler auch zwischen beiden Bauformen wählen. Zu jedem Instrument gibt es ein Mundstück in der zu dem Instrument passenden Größe. Ist bei Kesselmundstücken der Innenraum des Mundstückes etwa halbkugelig geformt, so ist es bei Trichtermundstücken eben ein relativ langer Trichter. Jeweils im Zentrum des Mundstückes befindet sich die auch Seele genannte Bohrung von meist nur wenigen Millimetern Durchmesser, die sich innerhalb des Mundstückes aber konkav erweitert; diese Erweiterung kann linear, konkav oder konvex ausgeführt sein. Das Mundstück ist in seiner Außenform ebenfalls konisch geformt und wird in das Anblasrohr des Instrumentes gesteckt, wo es durch Klemmung hält. Mundstücke für Blechblasinstrumente werden meist aus Messing gedreht und danach mit einer Beschichtung aus Silber, Gold oder Titan versehen. Es gibt mittlerweile auch Mundstücke aus Polycarbonat, die von Vorteil sind, wenn bei niedrigen Temperaturen im Freien gespielt wird. Mundstücke aus Hartholz wie Grenadill gibt es bei Polsterzungeninstrumenten aus Holz wie Zink und Serpent; hier kommen aber auch Materialien wie Horn und Elfenbein zum Einsatz.

Mundloch, Querflöte

Mundlochplatte mit Mundloch einer Querflöte (Fotolia)

Wenn der Sache nach auch Flöten wie Blockflöten, Querflöten und andere Flöten Teile aufweisen, die als Mundstück fungieren – hier setzt der Instrumentalist zum Spiel des Instrumentes den Mund an –, so wird der Begriff Mundstück bei diesen Instrumenten weniger verwendet. Bei Blockflöten ist es der Schnabel, bei Querflöten das Mundloch im Kopfstück, das auch mit einer Mundlochplatte versehen sein kann.