offene Stimmung

offene Stimmung, englisch Open Tuning, Bezeichnung für eine von der Normalstimmung abweichende Stimmung von Streich- und Zupfinstrumenten, insbesondere von Violine, Gitarre und Banjo.

Dabei werden die leeren Saiten auf einen Dreiklang gestimmt, indem einzelne Saiten einen Halb- oder Ganzton höher oder tiefer gestimmt werden. Offene Stimmungen werden vor allem in der Volksmusik, im Blues und in der Rockmusik verwendet; für die Spielweise mit einem Bottleneck ist sie unumgänglich. Eine offene Stimmung erlaubt es durch die Barré-Griffweise mit nur einem Fingersatz komplette Musikstücke zu begleiten. Häufig verwendete offene Stimmungen für die Gitarre sind z. B. Cross-Note-Tuning (e-Moll; E H e g h e1), Cross-Spanish-Tuning (E-Dur; E H e gis h e1) und Slide (G-Dur; G H d g h d1).

Das absichtsvolle Verstimmen von Gitarren erfordert etwas Erfahrung: Eine elektrische Gitarre kann in der Regel ohne Weiteres aus der Normalstimmung tiefer gestimmt werden. Eine höhere offene Stimmung erfordert aber unter Umständen andere Saitenstärken, da höher gestimmte Saiten stärker gespannt sind und deshalb leichter reißen können.

Beinahe jeder Gitarrist experimentiert mit offenen Stimmungen, und zahllose Country-, Blues-, Folk- und Rock-Stücke basieren auf einer offenen Stimmung. Meister der offenen Stimmung sind – um nur zwei zu nennen – Keith Richards (»Honky Tonk Woman«; 1969) und Ron Wood (»Stay With Me«; 1971).
Im Bereich der traditionellen Kunstmusik sind offene Stimmungen ebenfalls nicht unbekannt, werden dann aber als Scordatura bezeichnet.