Prepared Piano

Prepared Piano, englisch für »präpariertes Klavier«, von dem amerikanischen Komponisten John Cage (* 1912, † 1992) geprägter Begriff für ein Klavier, dessen Klang durch verschiedene in den Saitenbezug eingebrachte Gegenstände stark verändert ist.

Cage hatte dieses Verfahren 1938 in seiner Komposition »Bacchanale« erprobt. Dabei werden diverse kleinere Gegenstände aus Holz, Metall, Gummi und weitere Materialien mehr auf die Saiten eines Flügels gelegt oder zwischen diese geklemmt, so dass bei Anschlag der eigentliche Saitenklang hinter verschiedenen perkussiven Klängen verschwindet. Cage komponierte später weitere Werke für Prepared Piano, so »Sonatas and Interludes« (1946) und »Concerto for Prepared Piano and Chamber Orchestra« (1951). Andere Komponisten aber auch Jazzmusiker griffen die Idee auf; Mauricio Kagel (* 1931, † 2008) ließ die Präparationen während des Spiels eines Pianisten von einem zweiten Spieler stetig verändern. Cage selbst schrieb die Art der Präparation in den Noten beigefügten detaillierten Texten vor.

Das Verfahren kann als Beitrag zur Emanzipation des Perkussiven im 20. Jahrhundert gesehen werden. Jazzmusiker könnten die Anregung aber auch mit der Musik Afrikas begründen, in der Instrumente wie Kora und Mbira häufig mit mitschwingenden Gegenständen versehen werden, die den – in einem europäischen Sinne – »eigentlichen« Klang des Instrumentes anreichern und durch verändern.

Faktisch ist ein Präpariertes Klavier ein anderes Instrument als ein Klavier: Letzteres ist ein Chordophon, ersteres ein Idiophon.