Prospekt

Prospekt, von lateinisch prospectus für »das Sichtbare«, Schauseite einer Orgel

Orgel-Prospekt

Orgelprospekt (Fotolia)

Meist werden für den Prospekt die größten Pfeifen des jeweils tiefsten Principalregisters eines Werkes vorgesehen, also die »typischen« Orgelpfeifen – zylindrisch, aus Metall. Diese Pfeifen stehen nicht auf der Windlade, sondern erhalten von der jeweiligen Windlade des Registers die Luft über Rohre, so genannte Kondukte. Es stehen keineswegs alle Pfeifen des Registers im Prospekt. Bei größeren, symmetrisch aufgebauten Prospekten werden mitunter auch Scheinpfeifen eingereiht, Pfeifen also, die keine Funktion außer der optischen haben. Häufig werden die Werke der Orgel – Hauptwerk, Brustwerk, Rückpositiv usw. – in jeweils eigenen Gehäusen mit eigenen Prospekten untergebracht. Prospekte, die sich natürlich aus der Orgelgröße und der Gehäuseform ergeben, tragen stets Merkmale der Architektur der Zeit, Orgeln aus dem 18. Jahrhundert sehen also anders aus als Orgeln des 19. Jahrhunderts. In jüngerer Zeit sind die Gehäuse oft schlicht gehalten, die Prospekte asymmetrisch gestaltet und es werden auch Pfeifen eingestellt, die nicht zu den Principalregistern gehören, so beispielsweise Pfeifen von Zungenregistern wie Spanische Trompete, die in der Regel waagerecht mit nach außen weisender Stürze eingebaut werden. Hier und da werden auch die aus Holz gefertigten, kastenartigen Pfeifen tieferer Pedalregister in den Prospekt eingefügt.