Pumpventil

Pumpventil, nach seinem Erfinder Étienne François Périnet auch Périnet-Ventil genannt, Ventil für Blechblasinstrumente, mit dessen Hilfe zusätzliche Rohrbögen in einen vorhandenen Rohrbogen eingefügt werden, wodurch die Schallröhre verlängert wird.

Pumpventil (Fotolia)

Die 1838 von Périnet konstruierten Ventile sind Alternativen zu den schon früher verwendeten Drehventilen. Das Pumpventil wird direkt mit einem Finger betätigt. In Ruhelage wird es von einer Feder gehalten, deren Druck durch den Fingerdruck überwunden und damit das zusätzlich Stück Rohr in das Rohr des Instrumentes eingefügt werden kann. Das Ventil selbst besteht aus einem Kolben, der in einem geschlossenen, luftdichten Zylinder auf und ab läuft. In den Kolben sind Kanäle quer zu seiner Länge eingebracht, die den zusätzlichen Rohrbogen entweder geschlossen halten, oder aber – mit Betätigen des Ventils – frei geben. Diese Kanäle werden auch als Ventilschleife bezeichnet.

Pumpventile

Pumpventile, zu einer Ventilmaschine zusammengefasst (Fotolia)

Périnet baute sein Pumpventile zunächst in das Kornett ein, das auch Piston genannt wird; aus diesem Grund findet sich hier und da als Bezeichnung für das Pumpventil auch die Bezeichnung Pistonventil oder nur Piston. Das Pumpventil setzte sich aufgrund seiner einfachen Bauform, aber auch wegen seiner leichten Wartung schnell im Blechblasinstrumentenbau durch, wurde dennoch aber nicht in alle Instrumente eingebaut. So wird beim Waldhorn und einer Vielzahl von Bügelhörnern einschließlich der Tuben meistens das Drehventil eingebaut, während bei Trompeten, Posaunen und Euphonien in der Regel das Pumpventil zum Einsatz kommt. Bei der Trompete wird im Bereich der Kunstmusik das Instrument mit Drehventilen bevorzugt, während in Jazz und Rock beinahe ausschließlich das mit Pumpventilen ausgestattete Instrument zum Einsatz kommt, einer der Gründe dafür, dass diese Bauart auch als Jazztrompete bezeichnet wird.