Resonanzsaiten

Resonanzsaiten, zusätzliche Saiten, die beim Spiel des Instrumentes zwar mitschwingen, in der Regel aber nicht gespielt werden; Resonanzsaiten werden auch Aliquotsaiten genannt.

Resonanzsaiten finden sich bei Streichinstrumenten wie Viola d’Amore und Baryton; so hatte die Viola d’Amore 7 bis 14, der Baryton 8 bis 22, mitunter auch bis zu 28 Resonanzsaiten. Während bei der Viola d’Amore die auf einen Akkord gestimmten Resonanzsaiten unter dem Griffbrett aufgespannt sind, befinden sich die Resonanzsaiten des Barytons neben dem Spielsaiten-Bezug und konnten, da sie frei zugänglich waren, mit dem Daumen der linken Hand auch gezupft werden.

Eine Resonanzsaite schwingt mit, wenn auf der Spielsaite beispielsweise derselbe Ton gespielt wird, auf den die Resonanzsaite gestimmt ist. Dies kann auch die Oktave dazu sein; auch Obertöne der gespielten Saite wirken auf eine eventuelle vorhandene auf diesen Ton gestimmte Resonanzsaite. Durch das Mitschwingen der Resonanzsaite wird der Ton verstärkt und erhält mehr Klangfülle.

Dieser Effekt spielt bei allen Saiteninstrumenten – auch wenn sie keine besonderen Resonanzsaiten haben – eine Rolle und ist keineswegs immer erwünscht; nicht gespielte Saiten werden also in der Regel gedämpft. Bei Saiteninstrumenten mit Tasten – Cembalo, Klavier – interagieren die Saiten ebenfalls: Wird beispielsweise ein Dreiklang angeschlagen, so regen sich die entsprechenden Saiten untereinander an. Bei einem dreichörigen Bezug – etwa im Diskantbereich eines Flügels – wirkt jede Saite eines Tones auch als Resonanzsaite. Unter anderem eben dieser Umstand macht es schwierig, den Klavierklang synthetisch zu erzeugen.