Saite

Saite, lateinisch: Corda, italienisch: corda, französisch: corde, englisch: string, tonerzeugendes Element bei Chordophonen (Saiteninstrumenten), in Form von Resonanzsaiten als den Ton verstärkendes Element eingesetzt, bei Snare Drums auch zur Klangveränderung.

Saiten erzeugen einen Ton, wenn sie zwischen zwei Punkten mehr oder weniger stark gespannt sind und sie durch Streichen, Zupfen, Anblasen, Anschlagen oder – im Falle von Resonanzsaiten – Mitschwingen in Bewegung gebracht werden. Der von der Saite selbst abgestrahlte Ton ist dabei sehr leise und muss entweder durch Resonanzkörper oder aber – wie bei elektrischen Saiteninstrumenten – durch elektroakustische Verstärkung auf ein musikalisch verwertbares Lautstärke-Niveau gebracht werden. Die Tonhöhe hängt dabei von der Spannung der Saite, ihrer Länge und ihrer Masse ab; die Masse ergibt sich dabei aus dem spezifischen Gewicht des verwendeten Materials sowie dem Durchmesser der stets zylindrisch geformten Saite. Die von einer gespannten Saite erzeugte Frequenz ist umso tiefer, je länger eine Saite bei gleicher Spannung und gleichem Gewicht ist. Die erzeugte Frequenz ist auch umso tiefer, wenn die Masse der Saite bei gleicher Länge und gleicher Spannung größer als die einer Vergleichssaite ist. Schließlich ist die erzeugte Frequenz umso tiefer, je geringer die Spannung einer Saite bei gleicher Länge und gleichem Material ist.
In Bezug auf ihre Länge muss eine Saite eine gewisse Elastizität haben, um überhaupt schwingen zu können.
So kann eine Saite aus Pflanzenfasern wie Hanf und Bambus, Seide, Tierhaaren (Pferdehaar), Tiersehnen, Tierdarm, Metall oder Kunststoff bestehen. An Metallen werden Stahl, Kupfer, Messing, Silber, Bronze verwendet, mitunter auch gemischt, wie es auch Saiten aus Verbundstoffen gibt, wenn etwa eine Kunststoffsaite mit einem dünneren Metalldraht spiralig umwickelt wird. Saiten aus Darm – verwendet werden Katzen-, Ziegen-, Schaf- und Lammdarm – bestehen bei dünnen Saiten aus nur zwei Darmschnüren, bei dicken Saiten, wie sie etwa für den Kontrabass benötigt werden, aus bis zu 120 Darmschnüren.
Die ersten Saiten für Musikinstrumente – etwa den Musikbogen – dürften aus demselben Material bestanden haben wie die bei Jagdbögen verwendeten Sehnen, also aus Pflanzenfasern oder Tiersehnen. Bereits in der Antike waren Saiten aus Tierdarm bekannt und im späten Mittelalter traten aus Metallen wie Gold, Silber und Kupfer gefertigte Saiten neben die bis dahin verwendeten Materialien. Im 18. Jahrhundert war es technisch möglich, Saiten aus Messing anzufertigen, im 19. schließlich revolutionierten Saiten aus Stahldraht den Klavierbau; Satien aus Gussstahl werden seit 1834 hergestellt. Bereits seit dem 17. Jahrhundert wurden dünne Metallsaiten mit einem weiteren dünnen Draht in engen Spiralen umwickelt, um trotz eines nach wie vor eher geringen Querschnitts die Masse der Saite signifikant zu erhöhen. So werden zum Beispiel für die Basssaiten von Klavieren Stahldrähte mit Kupferdraht umwickelt, für Gitarrensaiten eine Seele aus Nylon oder Perlon mit Metall.
Das Material, aus dem eine Saite besteht, hat Einfluss auf den Klang, der sich mit dem jeweiligen Instrument erzeugen lässt. So klingen mit Metallsaiten ausgestattet Gitarren anders als solche, die mit Kunststoffsaiten bespannt sind, Violinen mit Darmsaiten anders als solche mit Metall bzw. Kunststoffsaiten. Bei elektrischen Bässen werden meist so genannte Roundwound-Saiten verwendet. Es gibt für dieses Instrument aber auch Flatwound-Saiten, bei denen der Kern der Saite nicht mit einem im Querschnitt runden Draht, sondern im Querschnitte rechteckigen Draht umwunden wird, die Oberfläche also glatt ist; Flatwound-Saiten klingen weniger brillant als die Roundwound-Saiten.
Der Klang eines Instrumentes hängt zwar vom jeweiligen Resonanzkörper ab, doch müssen Saiten die Obertöne, die durch den Resonanzkörper verstärkt oder gedämpft werden, überhaupt zur Verfügung stellen können.