Scalloped Fingerboard

Scalloped Fingerboard, zusammengesetzt aus englisch scalloped für »ausgehöhlt« und englisch fingerboard für »Griffbrett«, Bezeichnung für die konkave Aushöhlung der Holzflächen zwischen den Bünden eines Gitarrengriffbrettes; unterschieden wird zwischen full scalloping und partial scalloping.

Das Scalloping nehmen manche Gitarristen bei ihren Instrumenten vor, um beim Spiel nicht mit dem Holz des Griffbrettes in Berührung zu kommen. Die Musiker können bei diesen speziellen Griffbrettern Spielweisen wie Bending und auch Vibrato leichter durchführen, bei einiger Übung auch schneller spielen.

Das Scalloping selbst kann von Hand oder auch mit speziellen Maschinen vorgenommen werden. Das Holz zwischen den Bünden wird um ein bis zwei Millimeter konkav, also in einem Bogen nach unten weggenommen, im unmittelbaren Bereich der Bünde aber komplett stehen gelassen, um dem einzelnen Bund nicht den Halt zu nehmen. Es muss auch nicht das gesamte Griffbrett »ausgehöhlt« werden (full scalloping), manche Gitarristen beschränken die Behandlung auf wenige Bünde oder auch nur Teilbereiche im Griffbrett unter den Saiten G, H und E (partial scalloping). Scalloping wird in der Regel von Gitarrenbauern ausgeführt, manche Gitarristen greifen auch selbst zu Feile und Schleifpapier, während es nur wenige Gitarrenhersteller gab und gibt, die Scalloped Fingerboards ab Werk anboten; eine dieser Firmen war Ibanez, deren E-Gen-Gitarre eine kleinen Scalloped-Bereich im Griffbrett aufwies.

Zu den Gitarristen, die obligat Scalloped Fingerboards wenigstens bei einer ihrer Gitarren benutzten und benutzen, gehören Ritchie Blackmore, Yngwie Malmsteen, Steve Vai und John McLaughlin.

Scalloped Fingerboards gibt es bei elektrischen und akustischen Gitarren, und es ist auch keine neue Erfindung, denn bei diversen außereuropäischen Saiteninstrumenten, wie etwa der indischen Veena, ist es Konstruktionsmerkmal, dass die Saite nicht auf das Griffbrett, sondern lediglich auf den Bund niedergedrückt wird.