Snap Cymbal

Snap Cymbal, zusammengesetzt aus englisch snap für »schnappen, zuschnappen« und cymbal für »Becken«, eigentlich eine bestimmte Spielweise eines Beckens innerhalb des Drum Sets, aber auch Bezeichnung für Becken, die für diese Spielweise besonders geeignet sind und dann auch serienmäßig hergestellt werden; im Deutschen gibt es keine Entsprechung für die Bezeichnung.

Im frühen Jazz gehörte zu den Ensembles ein Schlagzeuger, dessen Set im Wesentliche aus einer Bass Drum, einer Snare Drum und einem so genannten Trap Set bestand. Teil des Trap Sets waren häufig zwei Becken, ein China-Becken, das als auffälliges Crash-Becken genutzt wurde, und ein kleines, oft sehr dünnes Becken, das in einer bestimmten Spielweise verwendet wurde: Der Schlagzeuger schlug das Becken an, stoppte in einer »zuschnappenden« Bewegung mit der Hand aber sofort die Schwingung des Beckens. Dadurch ergab sich ein kurzer »fauchender« Klang, der später zu einem wesentlichen Stilmerkmal des Schlagzeugspiels von Jazzbands wurde und bis in jüngste Zeit dann und wann im Jazz, in der Rockmusik und in der Popmusik auftaucht. Erst recht, wenn es gilt, die Klangwelt der 1920er-Jahre heraufzubeschwören.

Für diese Spielweise eigenen sich in der Tat kleine, dünne und daher leichte Becken, deren Schwingungen sich schnell beenden lassen. So suchten Schlagzeuger gerade diese Art von Becken, und manche Beckenschmieden stellten eben diese Snap Cymbals her.

Der Klang eines Snap Cymbals kann bei vielen Aufnahmen des früher Jazz gehört werden. Für McCartneys Song »Honey Pie« setzte Schlagzeuger Ringo Starr ebenfalls die Spielweise ein.

Literatur

Montagu, Jeremy: Timpani & Percussion; New Haven/London 2002

Diskografie

The Beatles: The Beatles (1968)