Stage Piano

Stage Piano, englisch für Bühnenklavier, Tasteninstrument, das auf Samples basierende Klänge von authentischen Klavieren und Flügeln sowie Klänge diverser elektromechanischer Klaviere wie Clavinet und Fender-Rhodes-Electric-Piano bereitstellt; viele Stage Pianos können weitere Klänge, etwa von Orgeln und Kielinstrumenten (Cembalo, Spinett), erzeugen; der Übergang zu Synthesizern ist fließend.

Als Urahnen der Stage Pianos können die elektromechanischen Klaviere der Firmen Fender und Hohner (Clavinet, Pianet) gelten. Aufgabe dieser Instrumente war es, einen wenigstens annähernd als Klavierklang erkennbaren Klang zu erzeugen und gleichzeitig leicht transportabel zu sein. Ein weiteres Kennzeichen war das Fehlen eines eingebauten Verstärkers und Lautsprechers, da diese Verstärkung je nach Erfordernissen in unterschiedlicher Weise vorgenommen wurde.

Die Entwicklung der Sample-Technik ermöglichte es, Klänge beliebiger Instrumente in einem Tasteninstrument bereitzustellen. So wurden Digitalpianos gebaut, die vorrangig die Klänge herkömmlicher Klaviere und Flügel auf der Basis von Samples produzierten. Die Digitalpianos verfügten außerdem über eine wenigstens gewichtete, oft aber mit einer ausgeklügelten Hammermechanik ausgestatte, 88 Tasten umfassende Tastatur. Tatsächlich sind diese Instrumente vorrangig für den stationären Gebrauch gedacht und beinhalten deshalb auch einen Verstärker nebst Lautsprechersystem.

Bei Stage Pianos, die für den Gebrauch auf der Bühne, also im Konzert vorgesehen sind, wird zwar dieselbe Technik verwendet, doch werden Verstärker und Lautsprecher nicht berücksichtigt. Stattdessen werden Tastatur und Tonerzeugung in robuste Gehäuse, mitunter Flight Cases eingebaut, oft auch das gesamte Instrument mit stabilen Tragegriffen versehen. Die Verstärkung wird dabei meist direkt von der jeweils eingesetzten P.A. übernommen.

Als das erste Stage Piano dieser Art muss das 1985 vorgestellte Klaviermodell 250 der amerikanischen Firma Kurzweil gelten. Seitdem entstanden eine Vielzahl von Modellen, die nahezu allesamt über eine vollständige Klaviertastatur, gewichtete Mechanik oder Hammermechanik, Samples diverser Klavierinstrumente – herkömmliche Klaviere, elektrische Klaviere –, aber auch anderer Instrumente verfügen.