Alphorn

Alphorn, Aerophon (Blasinstrument, Polsterzungeninstrument), in den Alpen, vor allem der Schweiz gebräuchliches Holzhorn

Alphorn

Stürze eines Alphorns (Fotolia)

Das Alphorn wird aus Holz gefertigt, wobei die natürliche Form des Stammes – meist einer Fichte – das Kriterium für die Form ist: Die Bäume erhalten ihre am Fuß gekrümmte Form durch ihren Standort am Hang. Die Stämme werden knapp über dem Boden abgesägt, der Länge nach gespalten und ausgehöhlt. Dadurch ergibt sich eine schwach konische Mensur, die das Instrument wiederum zwischen Horn und Trompete stellt. Die beiden Hälften werden anschließend zusammengesetzt und das ganze Horn mit Peddigrohrstreifen – früher mit Rindenstreifen – umwickelt. Das hölzerne Kesselmundstück wird separat angefertigt. Je nach Stamm haben die Alphörner eine Länge von zwei bis vier Metern, vereinzelt gibt es auch längere Instrumente.

Da das Alphorn weder über Grifflöcher, Klappen oder gar Ventile verfügt, ist auf ihm nur das Spiel der Naturtöne möglich. Die Instrumente werden in verschiedenen Stimmungen gebaut: Es, F, Fis, G, Gis, B und C. Der Klang ist dem eines Waldhorns ähnlich.

Das imposante Aussehen des Alphornes, ein majestätischer Klang wie die mit ihm gespielten Melodien haben immer wieder Komponisten angeregt, die von dem Instrument hervorgerufene Atmosphäre – die unweigerlich Assoziationen an die Bergwelt hervorruft – zumindest nachzuempfinden. Johannes Brahms etwa wurde von einer Alphorn-Melodie zu einem Motiv in seiner ersten Symphonie angeregt, und Leopold Mozart gab dem Horn den Solopart in seiner »Sinfonia Pastorella« (1756), wenn er auch ursprünglich an ein mährisches Hirtenhorn dachte.