Bassflöte

Bassflöte, Aerophon (Blasinstrument, Holzblasinstrument), Bassinstrument der Querflöten; der Name wird häufig auch für die Bassblockflöte verwendet, die allerdings keine Querflöte, sondern eine Längsflöte ist und auch eine andere Tonerzeugung aufweist.

Wie die Große Flöte (Querflöte) wird die Bassflöte in rechten Winkel zur Körpersenkrechten gehalten. Da das Rohr der aus Metall hergestellten Instrumente mit 146 Zentimetern sehr lang ist, ist das Kopfstück J-förmig gebogen. Mitunter ist dieses Kopfstück auch bei der Altquerflöte anzutreffen, so dass die Instrumente leicht verwechselt werden können, zumal in einigen Partituren mit der Bassflöte eigentlich die Altflöte gemeint ist. Bei der Bassflöte gibt es ein zweite Bauform, bei der das Hauptrohr senkrecht verläuft, im oberen Teil dann aber in einem 90-Grad-Winkel abgeknickt ist; auf diesen Winkel wird das dann U-förmige Kopfstück angesetzt. Diese Form entwickelt der italienische Instrumentenbauer Abelardo Albisi Anfang des 20. Jahrhunderts und nannte das Instrument Albisiphon.

Die Bassflöte ist in C gestimmt, der Tonumfang liegt eine Oktave unter dem der Großen Flöte und reicht von c bis c3; Fußstücke, die das H ermöglichen, sind bei Bassflöten nicht üblich. Notiert wird das Instrument im Violinschlüssel eine Oktave höher als es klingt. Das noch von Theobald Boehm konstruierte Instrument wurde in der Kunstmusik nahezu vollkommen ignoriert und höchstens in Werken für Flötenensembles berücksichtigt. Pietro Mascagni gab ihm einen kleinen Part in seiner Oper »La Parisina« (1913), doch trat es solistisch erst nach Mitte des 20. Jahrhunderts häufiger auf.