Bassklarinette

Bassklarinette, italienisch: clarone, Aerophon (Blasinstrument, Einfachrohrblatt-Instrument), Bassinstrument der Klarinetten

Bassklarinette

Bassklarinette [Fotolia]

Die Bassklarinette besteht aus Mundstück, S-Bogen, Oberstück, Unterstück und Schallbecher. Während Ober- und Unterstück aus Hartholz wie Grenadill gefertigt werden, bestehen der S-Bogen und der an das an das Schallstück eines Saxophons erinnernde Schallbecher aus Metall; mitunter wird aber auch der Schallbecher aus Holz hergestellt, wie es auch Bassklarinetten gibt, bei denen statt Holz Kunststoff verwendet wird. Die Röhre weist wie die aller Klarinetten eine zylindrische Form auf, das Instrument steht in B, manche auch in A oder C. Der Tonumfang reicht beim B-Instrument von C bis f², geübte Klarinettisten können aber auch noch höhere Töne auf dem Instrument hervorbringen. Die Notation erfolgt eine None über dem tatsächlichen Klang. Die Instrumente werden fast ausschließlich mit einer Boehm-Mechanik ausgestattet. Der Klang der Bassklarinette wirkt vor allem im tieferen Register dunkel und – da die ungeradzahligen Teiltöne fehlen – hohl, wirkt auf viele Zuhörer auch bedrohlich und wird daher beispielsweise in Filmmusik für die Erzeugung einer entsprechenden Atmosphäre gern eingesetzt.

Die Bassklarinette wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelt und in seiner Form an die des Fagotts angelehnt. Durchsetzen konnte sich die Bassklarinette allerdings erst, als Adolphe Sax 1836 sich des Instrumentes annahm und die Konstruktion stark veränderte; seitdem hat die Bassklarinette, die heute übliche Form. Da die Klarinette recht groß ist, kann der im Sitzen spielende Instrumentalist das Instrument auf dem Boden abstützen; zu diesem Zweck ist am Schallstück ein kurzer Stachel angebracht. Wird die Bassklarinette im Stehen gespielt, so kann dies mit einem Hals- oder Schultergurt erleichtert werden.

Die Bassklarinette wurde nach der Umgestaltung durch Sax von Komponisten und Musikern schnell angenommen und konnte sich einen Platz im Orchester erobern. So sah Giacomo Meyerbeer das Instrument für seine Oper »Die Hugenotten« (1836) vor, später berücksichtigten es auch Richard Wagner, Richard Strauss, Gustav Mahler und Arnold Schönberg (»Pierrot Lunaire«, 1912); auch in der Neuen Musik der Nachkriegszeit spielt das Instrument eine Rolle. Im Jazz gibt es einige Klarinettisten, die dem Instrument zu einem festen Platz in dieser Musik verhalfen, so etwa Harry Carney in Duke Ellingtons Orchester, Eric Dolphy oder der luxemburgische Klarinettist Michel Pilz; auch der Deutsche Peter Brötzmann spielte dann und wann die Bassklarinette.