Cimbasso

Cimbasso, Aerophon (Polsterzungeinstrument, Blechblasinstrument), Blasinstrument, das Vincenzo Bellini und Giuseppe Verdi in einigen ihrer Opern nennen; die reale Existenz eines Instrumentes namens Cimbasso lässt sich nicht nachweisen.

Die Bezeichnung Cimbasso geht angeblich auf die Bezeichnung c. in basso, also Horn im Bass-Register, mithin Basshorn zurück. Ein Basshorn gab es tatsächlich: Um 1800 wurde in Ermangelung genuiner Bassinstrumente von A. Frichot und G. Astor in London ein Bassinstrument gebaut, das einige Merkmale des Fagotts mit denen von Blechblasinstrumenten vereinigte: Die Holzröhre war geknickt, die Stürze bestand wie das Anblasrohr, das Kesselmundstück aus Metall und für die Verkürzung der Röhre standen sechs Grifflöcher und zwei bis vier Klappen zur Verfügung. Vorbild könnte der Serpent gewesen sein. Ob Bellini und Verdi dieses Instrument, das vor allem in der englischen Militärmusik seine Heimat hatte, meinten, kann nicht bewiesen werden. Das 1820 von G. Streitwolf gebaute Chromatische Basshorn mit elf Klappen wurde bald von der Ophikleide verdrängt.

In den 1950er-Jahrne baute der deutsche Instrumentenbauer Hans Kunitz eine mit Ventilen ausgestattete Kontrabassposaune, die seitdem den Cimbasso ersetzt, wenn auch dieser Posaune die historische Grundlage fehlt. Das Instrument ist recht auffällig: Die eigentliche Röhre wird senkrecht gehalten, die Stürze weist hoch über dem Kopf des Instrumentalisten nach vorn, während der zur Stürze führende letzte Bogen sich über der Schulter des Musikers befindet.