Englisch Horn

Englisch Horn, auch Englischhorn, französisch: cor anglais, englisch: cor anglais oder English Horn, Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt (Aerophon); das in f gestimmte Altinstrument gehört zu den obligat im Orchester verwendeten Holzblasinstrumenten. Die Herkunft des Namens ist nicht gänzlich geklärt: Er kann sich vom franzöischen anglé: abgewinkelt ableiten, aber auch vom mittelhochdeutschen Wort »engellisch« (den Engeln eigen), da auf mittelalterlichen Abbildungen dargestellte Engel mitunter gebogene Hörner dieses Aussehens blasen. Das Instrument kommt entgegen seines heute üblichen Namen weder aus England noch gehört es zu den Hörnern.

Das Englisch Horn ist ein Abkömmling der Schalmei und entstand möglicherweise in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus der abgewinkelten Oboe da caccia, die in der Musik Johann Sebastian Bachs (Matthäuspassion) eine Rolle spielt. Es gibt auch Instrumente, die im Viertelkreis gebogen sind, ansonsten aber alle Merkmale des geraden Englisch Horn aufweisen. Von der Biegung ist lediglich die leichte Biegung des Anblasrohrs mit dem aufgesetzten Doppelrohblatt geblieben.

Der Korpus des Englisch Horns wird spätestens seit Anfang des 19. Jahrhunderts ausschließlich in gerader Form gebaut. Die aus Hartholz (Grenadill, Kokos, Ebenholz, Buchsbaum, Palisander) gefertigte Röhre von etwa 90 cm Länge weist eine enge, konisch gebohrte Mensur auf. Diese Röhre ist in drei Teile geteilt: Das Anblasrohr aus Metall sitzt auf dem Oberstück, dieses seinerseits auf dem Unterstück; abgeschlossen wird das Instrument von einem annähernd birnenförmigen Schallstück, dem so genannten Liebesfuß.

Das Englisch Horn wird im Violinschlüssel notiert; es klingt eine Quinte tiefer als notiert. Es gibt allerdings auch Partituren, in denen es klingend notiert ist. Der Umfang des Instrumentes liegt zwischen e und h2. Es überbläst in die Oktave, wobei der Spieler moderner Instrumente durch eine Oktavklappe unterstützt wird. Obwohl das Englisch Horn in der Ansprache geringfügig träger ist als die Oboe, sind mit ihm alle Spieltechniken möglich, die auch bei der Oboe üblich sind, neben Einfachzunge auch Mehrfach- und Flatterzunge.

Im Orchester bildet der Klang des Englisch Horn, der dunkler und auch sanfter als der der Oboe ist, die Verbindung zwischen dem der Oboe und des Fagotts.

Wenn das Englisch Horn auch fester Bestandteil der Besetzung des Orchesters ist, so gibt es nur wenige Solo-Werke für das Instrument: Gaetano Donizetti schrieb eine Concertino für Orchester und Englisch Horn, daneben gibt es einig kammermusikalische Werke, etwa von Ludwig van Beethoven (Trio für zwei Oboen und Englisch Horn op. 87), Elliott Carter (»Pastoral«, 1940), Paul Hindemith (»Sonate«, 1941) und Karlheinz Stockhausen (»Zeitmaße«, 1955/56), daneben zahlreiche Bearbeitungen.