Euphonium

Euphonium, zusammengesetzt aus altgriechisch »eu« für gut, und »phonein« für klingen, Aerophon (Polsterzungeninstrument, Blechblasinstrument), Bügelhorn in Baritonlage; gilt als Vorläufer des Baritonhorns.

Euphonium

Euphonium (Fotolia)

Das aus Messingblech gefertigte Instrument kann aufgrund seiner Form leicht mit der Tuba verwechselt werden, erst recht, wenn es in der Bauform mit nach oben gerichteter Stürze auftritt; bei einer zweiten Bauform ist das Schallstück schräg nach vorn gerichtet. Anders als die Tuba verfügt das Instrument aber über Pumpventile, die der Spieler entweder von oben betätigt oder aber von der Seite. Hatten die früheren Euphonien bis zu sechs Ventile, so werden die Instrumente heute mit drei oder vier Ventilen ausgestattet; manche Euphonien verfügen über ein Quartventil. Das Blasinstrument ist in B gestimmt, der Tonumfang reicht von 1H bis b. Aufgrund der konischen Bohrung und der recht weiten Mensur klingt das Euphonium weich und gedeckt. Häufig greifen Posaunisten zum Euphonium als Zweitinstrument und blasen es über ein Kesselmundstück an. Es ist aber auch möglich, das Trichtermundstück der Hörner zu verwenden.

Das Euphonium wird vor allem in Großbritannien und den USA gespielt. In Deutschland, Österreich und Osteuropa dagegen bevorzugen Marsch- und Blechblasmusikkapellen oval gebaute Bügelhörner wie Althorn, Tenorhorn und das Baritonhorn.

In der Kunstmusik tritt das Euphonium hier und da auf, wurde etwa von Gustav Holst in der Suite »Die Planeten« , Leoš Janáček in der »Sinfonietta«, Richard Strauss in »Ein Heldenleben« und »Don Quixote«, Igor Strawinski in »Der Feuervogel« und Luigi Nono in »Prometeo« vorgeschrieben. In Jazz und Rock taucht das Euphonium höchstens als Teil von begleitenden Orchestern, nicht aber als solistisch eingesetztes Instrument auf.