Handharmonika

Handharmonika, auch Ziehharmonika, Aerophon (Blasinstrument, Durchschlagzungen-Instrument), 1829 von dem Klavier- und Orgelbauer Cyrill Demian (* 1772; † 1847) in Wien gebaut und unter dem Namen Accordion zum Patent angemeldet.

Handharmonika

Handharmonika (Fotolia)

Wie das Knopfakkordeon ist die Handharmonika sowohl auf der Diskant- wie auch auf der Bassseite mit einer Knopftastatur versehen. Anders als das Akkordeon ist die Handharmonika aber diatonisch angelegt: Einfache Instrumente können nur in einer einzigen Tonart gespielt werden und haben daher jeweils nur eine Knopfreihe auf Diskant- und Bassseite. Instrumente, die mittels Hilfstasten oder so genannter Gleichtontasten auch in einigen wenigen weiteren Tonarten gespielt werden könne, haben mehrere Knopfreihen auf beiden Seiten. Größere Handharmonikas können im Bass Knöpfe sowohl für Akkordbässe als auch Einzelbässe haben. Handharmonikas sind wechseltönig, beim Auseinanderziehen des Balges erklingt also ein anderer Ton als beim Zusammendrücken; in dieser Hinsicht ähnelt das Instrument dem Bandoneon.

Die von Demian gebaute Handharmonika wird als Wiener Handharmonika bezeichnet und hat einen Tonumfang von nur neun Tönen, reichte von c1 bis e2. Der Umfang wurde bald erweitert, so dass nach Ablauf des Patentes Instrumente mit fünf, sechs und mehr so genannten »Klappen«, also Tasten verfügbar waren, mithin zehn, zwölf und mehr Töne erzeugt werden konnten. Die Bassakkorde – bei einem Modell in C der Tonikadreiklang und der Dominantseptakkord – klangen beim Spiel immer mit, bei Zug Tonika, bei Druck Dominantseptakkord. Der Klang der Basstöne konnte mit einem einfachen Dämpfer abgeschwächt werden.