Harmonikainstrumente

Harmonikainstrumente, im ursprünglichen Sinn Bezeichnung für alle Instrumente, in denen aufeinander abgestimmte Idiophone – also Röhren, Stäbe, Platten, Zungen usw. – den Ton erzeugen; dazu gehören beispielsweise die Glasharmonika, das Xylophon und das Glockenspiel. In einem engeren Sinn werden in jüngerer Zeit vor allem Aerophone wie Bandoneon, Harmonium, Akkordeon und weitere mehr als Harmonikainstrumente bezeichnet.

Abweichend von anderen Aerophonen wie Flöten, Einfachrohrblatt-, Doppelrohrblatt- und Polsterzungeinstrumenten wird der Ton bei Harmonikainstrumenten von durchschlagenden Metallzungen erzeugt. Dazu schwingt in einem Rahmen aus dünnem Blech eine je nach gewünschter Tonhöhe mehr oder weniger starken und mehr oder weniger langen Zunge aus dünnem Federstahl, die auf einen am Rähmchen befestigten Träger aus Zink oder Aluminium ausgenietet ist. Die endgültige Tonhöhe einer solchen Zunge wird durch Abschleifen erreicht. Als Vorbild für diese Instrumente dienten möglicherweise die Mundorgeln Asiens, bei denen Zungen aus dünnem Holz die Aufgabe der Tonerzeugung übernehmen.

Harmonium

Kleines Harmonium indischer Bauart (Fotolia)

Mit dieser Tonerzeugung wurden zunächst Tasteninstrumente wie die Orgue expressif, die Äoline, die Physharmonika und die Poïkilorgue ausgestattet; die dabei gewonnen Erkenntnisse mündeten in der Entwicklung des Harmoniums. Eine parallele Entwicklung stellen die Handharmonika-Instrumente dar, bei denen lediglich die Art der Luftzufuhr anders als beim Harmonium gestaltet, erfolgt diese doch nicht mittels eines mit Pedalen betätigten Blasebalgs, sondern durch eine von den Armen des Spielers betätigten Balg. Zu diesen Instrumenten gehören etwa Bandoneon, Handharmonika, Klaviaturakkordeon und Knopfakkordeon. Die Mundharmonika schließlich ist ein Harmonikainstrument, bei dem die Atemluft des Spielers die Zungen in Schwingung versetzt.