Inventionshorn

Inventionshorn, zusammengesetzt aus Lateinisch für Einfall, Erfindung und Horn, Aerophon (Polsterzungeninstrument, Blechblasinstrument), Waldhorn, dass mittels auswechselbarer Bögen in verschiedene Stimmungen gebracht werden konnte; das Instrument stellt den Übergang zwischen Naturhorn und Ventilhorn dar.

Der tschechische Hornist Anton Joseph Hampel (* 1710, † 1771) hatte 1750 die Idee, die bereits bei der Trompete erprobte Bauweise auswechselbarer Stimmbögen auf das Horn zu übertragen und regte den Instrumentenbauer Johann Werner in Dresden an, ein Horn mit auswechselbarem Stimmbogen zu konstruieren. Dieses zusätzlich eingefügte Stück Rohr gab dem Instrument je nach Länge eine andere Stimmung; auch zum Stimmen konnte der Bogen verwendet werden. Völlig neu war die Idee nicht, denn bereits um 1700 hatte der Wiener Instrumentenbauer Michael Leichamschneider ein Horn mit wechselbarem Stimmbogen konstruiert. Werner vervollkommnte diese Idee nun, fügte den Bogen in den Kreisbogen des Hornrohres ein, zunächst direkt hinter dem Mundstück. Später wurde der Inventionsbogen in die Mitte des Hornrohres verlegt, während der Stimmbogen an seiner Stelle hinter dem Mundstück blieb.

Das Inventionshorn machte es nun in Einheit mit der ebenfalls von Hampel entwickelten Technik des Stopfens möglich, das Horn in jeder Tonart chromatisch spielen zu können. Der Hornist Carl Thürrschmidt ließ von Lucien-Joseph Raoux in Paris ein weiter verbessertes Inventionshorn bauen, das nur für die Stimmungen und F, E, Es und D ausgelegt war und deshalb das Spiel der damals vorhandenen Sololiteratur für das Instrument erleichterte. Dieses Horn diente der Entwicklung des Ventilhorns als Grundlage.