Klappentrompete

Klappentrompete, englisch: keyed trumpet, französisch: trompette à clefs, mit drei bis sechs Klappen ausgerüstetes Trompeteninstrument, das vor Einführung der Ventiltrompete zumindest teilweise chromatisches Spiel ermöglichte; eng verwand mit der Klappentrompete ist das Klappenhorn.

Ende des 18. Jahrhunderts hatte der Trompetenvirtuose Anton Weidinger (* 1766, † 1852) Experiment angestellt, eine Trompete analog zu Holzblasinstrument mit Klappen zu versehen; als historischer Verwandter könnte der ebenfalls mit einem Kesselmundstück ausgestattete Zink gesehen werden. Um 1795 stellte er ein Blechblasinstrument in Trompetenform vor, das mit drei Klappen ausgerüstet war. Mit Hilfe der Klappen war es möglich, die Naturtöne des Instrumentes jeweils um einen Halbton zu erhöhen und somit ab Mitte der zweiten Oktave diatonisches und in der dritten Oktave dann auch chromatisches Spiel zu ermöglichen. Später erhielt das Instrument eine vierte Klappe, deren Einsatz chromatisches Spiel schon ab der zweiten Oktave erlaubte.

Die Klappentrompete konnte sich trotz ihrer Vorteile gegenüber der Naturtrompete nicht mehr im Orchester durchsetzen, weil 1814 die ersten mit Ventilen ausgerüsteten Instrumente verfügbar waren und diese wiederum den Klappeninstrumenten – zunächst zumindest Instrumente – überlegen waren. Der Klang der Klappentrompete indes unterschied sich von dem der Naturtrompete wie dem der Ventiltrompete. Da das Öffnen eines in den Korpus eingebrachten Loches zwangsläufig dazu führte, dass das Instrument nun zwei Öffnungen hatte – Klappenloch und Stürze – veränderte sich auch das Obertonspektrum des Instrumentes. Aus diesem Grund wirkt der Klang der Klappentrompete »gedeckter« als der der Schwesterinstrumente.

Werke

Joseph Haydn: Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur Hob.VIIe:1 (1796)
Johann Nepomuk Hummel: Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur (1803)

Literatur

Dahlquist, Reine: The Keyed Trumpet and Its Greatest Virtuoso, Anton Weidinger; Nashville 1975