Konzertina

Konzertina, englisch: concertina, Aerophon (Blasinstrument, Tasteninstrument), kleine Handharmonika, aus der Mundharmonika entwickelt; der deutsche Typus des Instrumentes ist Vorläufer des Bandoneons.

Der englische Physiker Charles Wheatstone (* 1802, †1875) experimentierte Anfang des 19. Jahrhunderts mit verschiedenen selbst erdachten und gebauten Musikinstrumenten. Bei seinen Versuchen stieß er auf die Mundharmonika und konstruierte aus ihr 1828 die erste Konzertina, gab dem Instrument allerdings den Namen Symphonium.

Symphonium-Konzertina

Symphonium/Konzertina (Fotolia)

Das kleine Instrument besteht aus einem sechs- oder achteckigen Gehäuse aus Holz, die beiden Teile des Gehäuses sind mit einem einfachen Balg verbunden. Der Tonumfang von 48 Tönen ist beiderseitig auf je vier Knopfreihen verteilt. Die Konzertina ist gleichtönig, bei Balgdruck und Balgzug wird also der gleiche Ton erzeugt. Es wird im Übrigen nicht zwischen Diskant- und Bassseite unterscheiden, sondern mit den Knöpfen auf der rechten Seite werden die Töne zwischen den Notenlinien, mit den Knöpfen auf der linken Seite die auf den Notenlinien gespielt. Der Tonumfang des Instrumentes reicht von G bis c3.

Unabhängig von Wheatstone hatte der Deutsche Carl Friedrich Uhlig (* 1789, † 1874) aus der Harmonika ein ähnliches Instrument gebaut. Uhligs Instrument, das er von Anfang an Konzertina nannte, war in ein quadratisches Gehäuse eingebaut und hatte einen Tonumfang von nur 20 Tönen, die auf Knöpfe im rechten und linken Gehäuseteil verteilt waren. Bis in die 1840er-Jahre hinein wurde – so etwa durch den deutschen Instrumentenbauer Carl Friedrich Zimmermann (* 1817, † 1898) – der Umfang der Tastaturen und damit der Tonumfang stetig erweitert, bis die endgültige Form der Konzertina bis zu 128 Töne erzeugen konnte. Die deutsche Konzertina ist diatonisch und wechseltönig, bei Druck auf den Balg wird also ein anderer Ton erzeugt als bei Zug des Balges. Dieses Instrument bildete die Grundlage für das von Heinrich Band (* 1821, † 1860) konstruierte Bandoneon.