Kornett

Kornett , auch Cornet à piston, kurz Piston (englisch. cornet), Polsterzungeinstrument (Blechblasinstrument), etwa 1826 von Louis Antoine Halary konstruiert wurde; eine Trompete, die statt mit Klappen mit Pumpventilen versehen ist, um chromatische Töne zu erzeugen (piston, französisch: Kolben); in einem engeren Sinn handelt es sich beim Kornett um das Sopraninstrument der aus dem Posthorn entstandenen Instrumentenfamilie.

Das Posthorn wurde Anfang des 19. Jahrhunderts als erstes Polsterzungeninstrument mit den seinerzeit neuartigen Pumpventilen ausgestattet. Die ersten Instrumente erhielten zwei auch Pistons genannte Ventile, später wurde ein drittes hinzugefügt. Das Kornett steht aufgrund seiner Mensur zwischen Trompete und Flügelhorn und zeigte dies in frühen Exemplaren auch äußerlich. Später wurde die ursprünglich kurze, aber hohe Form der der Trompete angeglichen, ein Grund, dass das Kornett häufig mit der Trompete verwechselt wird.

Kornette gibt es in verschiedenen Stimmlagen und Stimmungen: Pikkolo-Kornett oder Cornettino in Es (Tonumfang a-es3), Sopran-Kornett in B (Tonumfang e-b2), Alt-Kornett in Es, wobei alle Stimmgattungen transponierend zu spielen sind, d. h. beim Kornett in B erklingt der Ton um eine große Sekunde tiefer, beim Cornettino in Es um eine kleine Terz höher als notiert usw. Der Klang unterscheidet sich wenig von dem einer Trompete, ist allenfalls weniger strahlend und um weniges dunkler.

Das Instrument war in der französischen Militärmusik beliebt, stieß im Laufe des 19. Jahrhunderts aber zunehmend auf Ablehnung. Schließlich wurde es auch in der Kunstmusik – neben anderen hatte es H. Berlioz, G. Meyerbeer und G. Bizet eingesetzt – nicht mehr verwendet.

Im frühen Jazz wurde das Kornett recht häufig genutzt, so auch von Louis Armstrong, machte aber ab etwa 1920 nach und nach der Trompete Platz. Beispiele für die Verwendung des Kornetts im Jazzrock bietet z. b. The Cannonball Adderley Quintett, so auf dem Album »Country Preacher« (1970)