Lyricon

Lyricon, Synthesizer, der mithilfe eines speziellen Blasinstrumentes angesteuert wird; das Lyricon ist das erste elektronische Blasinstrument überhaupt.

Das Lyricon besteht aus zwei Einheiten: dem eigentlichen Synthesizer und dem Blasinstrument. Letzteres ist mit einer Saxophonmechanik ausgestattet, während das Mundstück von einer Bassklarinette stammt. An diesem Mundstück ist ein Sensor angebracht, der den Blasdruck registriert, sowie eine sich zwischen einer Leuchtdiode und einer Fotozelle bewegende Membran, die zur Übertragung der Dynamik dient. Auch ist es möglich, Portamento und Glissando zu erzeugen. Die Stimmung des Blasinstrumentes kann zwischen G, B, C, Es und F umgeschaltet werden und es kann als Bass-, Tenor/Alt- oder Sopraninstrument eingesetzt werden. Der Synthesizer war zunächst von eher einfacher Bauart, wurde aber später durch einen mit zwei Oszillatoren ersetzt. Auch das Blasinstrument erfuhr weitere Modifikationen, sodass auch Filter gesteuert werden konnten.

Das Lyricon wurde Anfang der 1970er-Jahre von dem Amerikaner Bill Bernardi konstruiert; gebaut wurden die Instrumente von der Firma Computone in Massachusetts. Die Produktion des Instrumentes wurde um 1980 eingestellt. Spätere Blassynthesizer etwa von den Firmen Akai und Yamaha nutzten das seit Anfang der 1980er-Jahre zur Verfügung stehende MIDI-Protokoll zur Übertragung der Steuerdaten, doch übernahmen die Hersteller die auf einem Saxophon beruhende Bauart des Lyricons.

Das Lyricon wurde in der Rock- und Popmusik wenig benutzt, so etwa gelegentlich von Andy Mackay, dem Saxophonisten der britischen Rockband Roxy Music. Auf dem Umschlag seines Buches »Electronic Music« ist er beim Spiel des Instrumentes zu sehen.

Diskografie

Weather Report: Black Market (1976)
Aera: Türkis (1979)

Literatur

Mackay, Andy: Electronic Music – The Instruments, The Music & The Musicians, Oxford 1981