Martintrompete

Martintrompete, auch fälschlich als Schalmei bezeichnet, Aerophon (Zungeninstrument, Blasinstrument), einfaches Blechblasinstrument, das mitunter auch Martinhorn genannt wird, jedoch weder eine Trompete noch ein Horn ist.

Martintrompete

Martintrompete (Fotolia)

Die Martintrompete wurde 1925 von Max B. Martin 1925 aus Signalinstrumenten verschiedener Größe, die von seiner Firma Deutsche Signal-Instrumenten-Fabrik Max B. Martin hergestellt wurden, entwickelt; Martin erhielt 1927 ein Patent auf das Instrument. Grundlage der Martintrompeten sind die Signalhörner verschiedener Größe. Die Tonerzeugung wird in diesen Hörnern von aufschlagenden Metallzungen übernommen, die in der Regel mit Pressluft angeblasen werden. Der Schalltrichter ist relativ kurz und weist eine konische Form auf, meist ist der Trichter leicht gebogen. Der Ton dieser einzelnen Hörner ist entsprechend ihrer eigentlichen Aufgabe laut und durchdringend. Martin kombinierte mehrere dieser Hörner – vier bis zu 16 – zu einem Bündel, das von dem Spieler mit einem von Blechblasinstrumenten übernommenen Mundstück über ein kurzes Rohr angeblasen wird. Ein besonderer Ansatz ist nicht erforderlich, da der Ton nicht vom Spieler selbst erzeugt wird, sondern vom Instrument. Die ebenfalls von Blechblasinstrumenten übernommenen Ventile dienen lediglich dem Einschalten der einzelnen Hörner. Das Martinhorn ist im Prinzip zwar ein Eintoninstrument, doch gibt es auch Instrumente, bei denen mehrere, jeweils zu Akkorden zusammengestellte Hörner gleichzeitig eingeschaltet werden.

Da das Martinhorn von vornherein für das Spiel im Ensemble gedacht war, wurde eine Familie gebildet, so dass es Instrumente für jede Lage gibt, also von der Piccolo-Martintrompete bis zur Kontrabass-Martintrompete. Die ursprünglich bis zu 16 einzelne Hörner umfassenden Instrumente wurden standardisiert, so dass sich ein Typus mit einem aus acht Hörnern bestehenden Bündel durchsetzte.

Die Martintrompete wird nur in so genannten Schalmeienkapellen gespielt; diese sind fester Bestandteil der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Die Tradition dieser Kapellen wurde nach 1945 in der DDR fortgesetzt, in der Bundesrepublik Deutschland jedoch spielte das Instrument keine Rolle. Bekannt wurde es, als 1987 der damalige Staatsratsvorsitzende Erich Honecker dem Rockmusiker Udo Lindenberg als Replik auf dessen Geschenk – eine Lederjacke – eben eine Schalmei schenkte.