Naturtrompete

Naturtrompete, Naturhorn, Aerophone, archaische Polsterzungeninstrumente ohne Grifflöcher, Ventile oder Züge

Im einfachsten Falle besteht eine Naturtrompete aus einer einfachen geraden Röhre mit zylindrischer Bohrung, die über eine kurze Strecke konisch verlaufen kann, schließlich aber in eine hyperbolisch geformte Stürze mündet; bei Naturhörnern weist die Bohrung über den größten Teil der Röhre eine konische Form auf. Mit diesen Instrumenten können nur die Naturtöne hervorgebracht werden. Ob die Röhre durchweg gerade ist oder Biegungen aufweist, spielt keine Rolle, wohl aber die Länge des Rohres: je länger, desto tiefer der Grundton des Instrumentes und damit desto tiefer die Naturtonreihe, die mit ihm erzeugt werden kann. Während den Instrumentenbauern der Antike bekannt war, wie ein Metallrohr gebogen werden kann, wurden im Mittelalter wegen Unkenntnis dieser Bearbeitungstechnik nur gerade Naturtrompeten hergestellt. Aufgrund der eingeschränkten musikalischen Möglichkeiten wurden Naturtrompeten und -hörner vornehmlich als Signalinstrumente bei Hofe und im militärischen Bereich verwendet. Die Spieltechnik wurde erst in der Renaissance soweit verfeinert, dass durch bestimmte Anblastechniken, das so genannte Clarinblasen, auch einige Töne außerhalb der Naturtonreihe gespielt werden konnten. Zu dieser Zeit war auch das Biegen von Rohren ein zweites Mal entwickelt worden.

Grifflöcher und Klappen einerseits, der Einbau von Zügen ermöglichte dann spontane Modifizierungen der bei den Naturinstrumenten unveränderlichen Rohrlänge durch den Spieler. Die Erfindung von Ventilen Anfang des 19. Jahrhunderts schließlich erlaubte chromatisches Spiel.

Naturtrompeten werden hier und da nach wie vor verwendet, so etwa Fanfaren in Fanfarenzügen, Hörner in der Jagd, und bei den in Fußballstadien häufig zu hörenden Vuvuzelas handelt es sich ebenfalls um Naturhörner. Im Zuge der Bemühungen um die authentische Wiedergabe von so genannter Alter Musik wurden auch die Naturtrompeten und -hörner wieder eingesetzt.