Oboe da caccia

Oboe da caccia, italienisch für »Jagdoboe«, Aerophon (Holzblasinstrument, Doppelrohrblatt-Instrument, Oboe, deren Röhre halbkreisförmig gebogen ist; es ist möglich, dass das Englisch Horn in der Oboe da daccia einen direkten Vorläufer hat.

Die Oboe da caccia trat Anfang des 18. Jahrhunderts auf und wurde besonders in Mitteldeutschland verwendet, so etwa auch von Johann Sebastian Bach in einigen Kantaten, unter anderem in den Weihnachtskantaten. Das Instrument bestand aus einem gebogenen Rohr aus Holz, an das eine Stürze aus Metall angesetzt war; das Rohr war mit schwarzem Leder überzogen. Gestimmt war die Oboe in F.

Es gibt nur zwei Oboen dieser Art, beide stammen von dem Leipziger Blasinstrumentenbauer Johann Heinrich Eichentopf. Eine der etwa 1724 gebauten Oboen befindet sich im Musikinstrumentenmuseum in Stockholm, die andere in Kopenhagen. Da beide nicht mehr spielbar waren, wurden die Instrumente vermessen und nachgebaut. Zu hören sind die solistisch eingesetzten Oboen etwa in einer 1973/74 entstandenen Aufnahme des Weihnachtsoratoriums mit dem Concentus Musicus Wien.