Oboe d’amore

Oboe d’amore, italienisch für »Liebesoboe«, französisch: hautbois d’amour, Aerophon (Holzblasinstrument, Doppelrohrblattinstrument), Oboe in der Alt-Lage

Die Oboe d’amore trat Anfang vermutlich Ende des 17. Jahrhunderts zuerst in Frankreich auf, war aber Anfang des 18. Jahrhunderts vor allem in Mitteldeutschland schon so bekannt, dass Johann Sebastian Bach sie in einigen seiner Werke einsetzte, unter anderem in den Kantaten des Weihnachtsoratoriums.

Das Instrument weist äußerlich einige Ähnlichkeit mit dem später entstandenen Englisch Horn auf. Wie bei diesem ist das Anblasrohr aus Metall leicht gebogen, während der Korpus aus Holz in einer birnenähnlichen Verdickung, dem so genannten Liebesfuß, endet. Moderne Instrumente sind in A gestimmt und haben einen von gis bis cis2 reichenden Tonumfang. Neben J.S. Bach setzte etwa Georg Philipp Telemann die Oboe ein, nach 1750 aber erst wieder Richard Strauss, der dem Instrument einen Part in seiner 1903 entstandenen »Sinfonia domestica« gab.