Okarina

Okarina, Verkleinerungsform von italienisch oca für »Gans«, also »Gänschen«, Aerophon, Gefäßflöte, meist aus Ton, mit einer einem Ei oder einer mehr oder weniger dicken Rübe ähnelnden Form; das Instrument bildet eine Familie. In den USA wird die Okarina auch Sweet Potato genannt.

Okarina

Okarina (Fotolia)

Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Tonerzeugung, einerseits die von Flöten mit einem Mundloch, andererseits – dann mit einem Schnabel – mittels eines Kernspalts, darin einer Blockflöte gleich. Um verschiedene Töne erzeugen zu können, sind in den hohlen Korpus mehrere Löcher eingebracht, mindestens vier, doch können Okrainas je nach Ausführung auch wesentlich mehr Löcher haben. Zum Spiel kleiner Instrumente umfasst der Instrumentalist mit beiden Händen dessen gesamten Korpus, die Grifflöcher werden mit den Fingern abgedeckt bzw. geöffnet. Der Klang ähnelt zwar dem einer Blockflöte, ist aber hohl und arm an Obertönen, weist mitunter aber einen deutlichen Anteil von Rauschen auf.

Das Instrument ist sehr alt und in vielen Teilen der Welt verbreitet, so in Europa, Südamerika und Asien; regional bedingt sind auch Unterschiede in Form und Material. Mitte des 19. Jahrhunderts standardisierte der italienische Töpfer Giuseppe Donati das in der Volksmusik beheimatete Instrument, gab ihm die rübenähnliche Gestalt, versah den Korpus obligat mit einem Schnabel und stellte es in verschiedenen Größen her, so dass eine Familie gebildet werden konnte; Bass-Okarinas werden dabei wegen der Größe der Löcher über Klappen gespielt. Donati hatte zehn Löcher vorgesehen, später wurden Okarinas auch mit bis zu 30 Löchern gebaut; Diese Instrumente, bei denen es sich im Grunde um Kombiinstrumente mit mehr als einer Kammer im Korpus handelt (Double-, Triple- und Quadruple-Okarinas), erreichen einen Tonumfang von drei Oktaven. Die Okarina wurde noch im 20. Jahrhundert, u.a. von dem Südtiroler Josef Plaschke, später von dem Vorarlberger Kurt Posch weiter entwickelt. Es spielt eine gewisse Rolle n der alpenländischen Volksmusik. Okarinas wurden und werden auch aus Porzellan (Meißen), Holz, Metall und Kunststoff hergestellt, es gibt auch aus Kalebassen hergestellte Instrumente.

Außer in der Volksmusik spielt die Okarina in anderer Musik nur eine winzige Nebenrolle: György Ligeti sah mehrere in seinem »Konzert für Violine und Orchester« (1989-1993) vor. In der Rockmusik gibt es zumindest ein signifikantes Beispiel: Die britische Rockband The Troggs verwendete es in ihrem Song »Wild Thing«. Auch könnten die Flötenklänge in »The Fool on the Hill« von den Beatles für die von Okarinas gehalten werden können, tatsächlich wurden hier aber Blockflöte, Penny Whistle und Querflöte eingesetzt.

Weblink

www.ocarinamusic.de (Website zur Okarina)