Piccoloflöte

Piccoloflöte, auch Pikkoloflöte, Piccolo (Pikkolo) oder Kleine Flöte, französisch: petite flûte, italienisch: ottavino oder flauto piccolo, englisch: piccolo oder octave flute, Aerophon (Holzblasinstrument) in C oder auch Des oder Es gestimmt, klingt eine Oktave höher als die Querflöte (Große Flöte) und wird eine Oktave tiefer notiert als sie klingt.

Piccolofloete

Piccoloflöte (Fotolia)

Die Piccoloflöte mit einer Länge von etwa 32 cm kann aus Holz (Grenadill, Kokos) oder auch Metall (Neusilber, Silber) gefertigt sein; entgegen der Großen Flöte ist das Mundloch etwas kleiner, auch besteht die Flöte aus weniger Teilen, da das Mittelstück und das Fußstück in einem Stück zusammengefasst sind. So besteht die Piccoloflöte aus einem Kopfstück mit zylindrischem Verlauf und einem Rohrstück mit konischer Bohrung; der Durchmesser der Bohrung beträgt etwa einen Zentimeter. Die Klappenmechanik aus Silber oder versilbertem Neusilber ist identisch mit der der Großen Flöte.

Der Tonumfang der Piccoloflöte reicht von d2 bis c3. Als Orchesterinstrument wird die Stimme der Piccoloflöte in aller Regel parallel zu der der Großen Flöte geführt, solistische Aufgaben wurden ihr nur in wenigen Werken übertragen, etwa von P.I. Tschaikowsky in der »Nussknackersuite« oder G. Mahler in dessen zweiter Sinfonie. Aufgrund ihres im Forte sehr scharfen und durchdringenden Klanges setzt sich die Piccoloflöte in beinahe jeder Instrumentierung durch. Im Piano dient das Instrument häufig der Nachahmung von Vogellauten.

Das Instrument war wegen seiner Klangeigenschaften schon seit dem Mittelalter in der Militärmusik verwendet worden, dann auch unter dem Namen Pfeife. Frühe Bauformen weisen keine Klappen auf. Die enge Verwandtschaft mit der Großen Flöte führte im 18. Jahrhundert dazu, aus der Pfeife ein vollwertiges Orchesterinstrument zu entwickeln. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Piccoloflöte daher ebenso mit der Boehm-Mechanik ausgestattet wie die Große Flöte. In der Volksmusik sind nach wie vor Instrumente unterschiedlichen Entwicklungsstandes anzutreffen.

Werke

Georg Friedrich Händel: Water Music (1715)
Jean-Philippe Rameau: Les Indes Galantes (1735)
Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte (1791)
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 5 c-Moll op. 67 (1800-1808)
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 (1807/1808)
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125 (1815-1824)
Johann Strauss (Sohn): Perpetuum Mobile op. 257
Claude Debussy: La Mer (1903-1905)
Arnold Schönberg: Pierrot Lunaire (1912)
Benjamin Britten: Young People’s Guide for the Orchestra (1946)
Thea Musgrave: Piccolo Play (1989)