Schalmei

Schalmei, von altgriechisch kálamos für »Schilf«, französisch: chalumeau, italienisch. Ciaramella, englisch: shawm, Aerophon (Blasinstrument), Bezeichnung für verschiedene Blasinstrumente, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass in ihnen zur Tonerzeugung einfache oder doppelte Rohrblätter zum Einsatz kommen; der Begriff dient auch als übergeordnete Bezeichnung für alle Blasinstrumente mit einfachem oder doppeltem Rohrblatt

Schalmei

Schalmei (Fotolia)

Holzblasinstrument mit doppeltem Rohrblatt, dessen direkte Vorläufer aus dem Orient nach Europa kamen. Darauf deutet vor allem, dass das Rohrblatt der Schalmei nicht – wie etwa bei Oboe und Fagott – zwischen die Lippen genommen wird, sondern die Lippen auf das einer Pirouette ähnelnde Rohrende aufgesetzt und das Blatt in die Mundhöhle genommen wird; diese Art des Blasansatzes wird auch Windkapselansatz genannt. Die Röhre aus Hartholz ist von relativ enger Mensur und mit sechs oder sieben Grifflöchern versehen. Aus der Schalmei, die es in verschiedenen Stimmlagen gab, wurde im 15. Jahrhunderts der Pommer entwickelt.
Die Schalmei wurde vor allem im Ensemble, oft gemeinsam mit Trommeln und Pauken, in den so genannten Alta-Kapellen auch mit Zinken und Posaunen zusammen gespielt. Ihr Klang ist relativ laut, durchdringend und wegen des besonderen Blasansatzes wenig wandlungsfähig. Ähnliche Instrumente, etwa die orientalische Zurna und die spanische Ximia, sind bis heute übliche Instrumente der Volksmusik.