Serpent

Serpent, über italienisch und französisch von lateinisch serpens für »Schlange«, Aerophon (Blasinstrument, Polsterzungeninstrument), der Name bezieht sich auf die mehrfach gebogene Form der Röhre des Instrumentes; der Serpent ist das Bassinstrument der Zinken.

Der Serpent hat als Bassinstrument eine Röhre von einer Länge zwischen 180 und 240 Zentimetern. Um das Instrument überhaupt spielen und die sechs Grifflöcher erreichen zu können, ist diese Röhre in die Form einer Schlange mit vier Windungen gelegt. Die Röhre selbst wird aus zwei Stücken Nussbaumholz geschnitten. Die innere Röhre weist eine relativ weite, konische Mensur auf. Nach der Bearbeitung werden die beiden Hälften miteinander verleimt und die dadurch entstandene Röhre mit Streifen aus dünnem Leder umwickelt. Anders als bei den Krummen und geraden Zinken sitzt das Mundstück aus Horn oder Elfenbein nicht direkt auf der Röhre, sondern auf der so genannten Krücke, einem gebogenen, drehbar gelagerten Messingrohr; dieses wiederum ist mit einer Manschette aus Messing auf dem hölzernen Rohr befestigt.

Der Tonumfang des Serpents reichte zunächst von D bis e1. Später wurde das Instrument vergrößert und hatte dann einen Tonumfang von 1B bis b1. Der Serpent entstand Ende des 16. Jahrhunderts und hatte als Blasinstrument in der Basslage eine lange Zeit unangefochtene Stellung. Im 19. Jahrhundert wurde er in Frankreich noch in der Kirchenmusik verwendet und spielte zu dieser Zeit auch in der europäischen Militärmusik hier und da noch eine Rolle, zumal etwa 1800 eingeführte Klappen das Instrument leichter spielbar gemacht hatten. Im Laufe des 19. Jahrhunderts musste er jedoch nach und nach erst der Ophikleïde, dann der Tuba weichen. Dennoch wurde er hier und da auch Mitte des Jahrhunderts noch eingesetzt – etwa von Richard Wagner in »Rienzi« (1842). Zu dieser Zeit hatte das Instrument 14 Klappen und kein einziges Griffloch mehr. Das Ende des Serpents dürfte Hector Berlioz mit bösen Bemerkungen zu seinem Klang beschleunigt haben.