Trompete

Trompete, englisch: Trumpet, französisch: Trompette, italienisch: Tromba, Aerophon (Polsterzungeninstrument, Blechblasinstrument), im allgemeinen Sprachgebrauch ist das Sopraninstrument der Trompeten gemeint; das Instrument spielt in der traditionellen Kunstmusik wie im Jazz ein herausragende Rolle und nimmt unter den Blechblasinstrumenten eine vorrangige Stellung ein.

Trompete mit Drehventilen

Trompete mit Drehventilen (ohne Mundstück) (Fotolia)

Die Trompete hat dieselben Vorfahren wie die Hörner: Tierhörner und Muschelhörner. Wie bei diesen wird der Ton bei Trompeten und Hörnern durch die schwingenden Lippen des Spielers erzeugt, Die dadurch in Schwingung gebrachte Luftsäule im Inneren des Rohres ist in Abhängigkeit ihrer Lägen und Form für Tonlage, Tonumfang und Klang verantwortlich. Der wesentliche Unterschied zwischen Trompete und Hörnern besteht eben in der Ausgestaltung der Röhre: Während diese bei Hörnern eine eher konische Form zeigen, ist das Rohr der Trompeten zum größeren Teil zylindrisch geformt und erweitert sich erst am Ende, bevor es in die Stürze mündet. Dies gilt für alle Trompetenistrumente, also auch etwa für die Posaune.

Trompete, Pumpventile

Trompete mit Pumpventilen (Fotolia)

Die Trompete im engeren Sinne besteht heute aus Metall, meist aus Legierungen wie Messing und Neusilber. Das Instrument hat in der Regel drei Ventile. Es werden Drehventile oder Pumpventile eingebaut. Während Orchestermusiker Instrumente mit Drehventilen verwenden, werden im Jazz und anderer Musik meistens die so genannten Jazztrompeten mit Pumpventilen bevorzugt, da sei einige im Jazz übliche Spielweisen ermöglicht. Meistens werden in B gestimmte Instrumente benutzt, doch gibt es auch in F gestimmte Instrumente. Der Tonumfang der Trompete reicht von e bis c3. Da die Trompete ein transponierendes Instrument ist, wird sie eine große Sekunde höher notiert als sie klingt. Mittels der Ventile kann der Grundton der Trompete abgesenkt werden, mit dem ersten um einen halben Ton, mit dem zweiten um einen Ton und mit dem dritten um eineinhalb Töne.

Die hohen Trompeten sind in D, Es, F, G, hoch B und C gestimmt und werden fälschlich mitunter als »Bach-Trompeten« bezeichnet; zu J.S. Bachs Lebzeiten waren diese Instrumente unbekannt und wurden sehr viel später entwickelt, um die Partien unter anderem in Bachs Werken leichter spielen zu können. Als Basstrompeten werden in B oder C gestimmte Instrumente bezeichnet und in diesem Sinne ist auch die Aida-Trompete eine tiefe Trompete.

In der Antike wurden die als Trompeten verwendeten Instrumente aus verschiedenen Materialien hergestellt. Da sie nur als Signalinstrumente benutzt wurden, begnügte man sich mit den ersten vier Naturtönen. In der Regel waren die Trompeten gerade und liefen in eine Stürze aus; es gab allerdings auch leicht gebogene Instrumente wie die Busine, ein Vorläufer der Trompete. Die Technik, Metallröhren zu biegen, war im Mittelalter in Vergessenheit geraten, wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts aber wieder entdeckt und auf die ursprünglich sehr langen Trompeten angewendet. Da das Ventil noch nicht erfunden war, mussten die Röhren der Trompeten eine gewisse Länge haben, um einen musikalisch sinnvoll nutzbaren Tonumfang zu haben.

Das Biegen des Rohres ermöglichte es einerseits, das Instrument als Ganzes klein zu halten, andererseits die Röhre weiter zu verlängern. So entstanden Trompeten in vielen Gestalten, zunächst Zugtrompeten, dann auch Instrumente, die alle eine mehr oder weniger verschlungen gewundene Röhre aufweisen. Die Erfindung des Ventils Anfang des 19. Jahrhunderts löste die Probleme dieser schwierig zu spielenden Instrumente und führte zu der heute üblichen Form der Trompete.

Taschentrompete

Taschentrompete (Fotolia)

Die Trompete nimmt unter den Blechblasinstrumenten etwa die Stellung ein, die die Violine bei den Streichinstrumenten und die elektrische Gitarre in der Rockmusik hat. Zum großen Teil ist dies den so genannten »Trompeterprivilegien« zu verdanken, die Kaiser Karl V. 1548 erließ: Danach mussten Trompeter nach bestimmten Regeln ausgebildet sein und im Dienst des Adels stehen. Nur diese Musiker durften das Instrument überhaupt spielen. Trompeter waren dem Militär zugeordnet, durchweg im Offiziersrang und verstanden sich keineswegs als Musiker im heutigen Sinne. Erst im 18. Jahrhundert löste sich diese Abgrenzung auf, neben den Trompeter-Soldaten trat der zivile Trompeter. Dieser wiederum begründete den Typus des reisenden Virtuosen und war damit Vorbild für die spätere Entwicklung des Virtuosentums, Vorbild damit auch für Violin- und Klaviervirtuosen.

Mit der Erfindung des Ventils verlor der Trompetenvirtuose seien Sonderstellung: Waren die Trompeterprivilegien ohnehin nicht mehr gültig, so war nun auch das Spiel des Instrumentes um Vieles leichter und ermöglichte es Mitgliedern aller sozialer Schichten, das Instrument zu spielen. Auf diese Weise fand die Trompete auch Eingang in die Volksmusik vieler Länder.

Der strahlende, sich stets durchsetzende Klang der Trompete hat in der Geschichte der Musik ihre Spuren hinterlassen, nahezu jeder Komponist von Rang hat für das Instrumente solistische Partien oder Solo-Konzerte geschrieben. Im Orchester hat das Instrument seinen festen Platz. Wurden noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur zwei Trompeter eingesetzt, so wurde bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Zahl auf wenigstens drei erhöht, manchmal aber auch auf bis zu sechs.

Der Jazz ist von Beginn an von der Trompete geprägt. Der Grund mag weniger in der Eigenart des Instrumentes liegen, also vielmehr darin, dass Trompeter die herausragenden Improvisatoren waren, allen voran Louis Armstrong, nach dem Zweiten Weltkrieg dann Dizzy Gillespie und Miles Davis. Im Jazz entstanden spezielle Spielweisen, so etwa das »Quetschen« der Töne, ermöglicht durch die Pumpventilen gegebene Möglichkeit, diese nur halb zu öffnen, oder das Spiel mit diversen Dämpfern.

In der Rockmusik ist die Trompete von untergeordneter Bedeutung. Zwar gehört sie zur obligaten Besetzung so genannter Brassrock-Gruppen – Bands also, in denen Bläser eine exponierte Rolle spielen –, und Chase war eine amerikanische Band, in der sogar vier Trompeter den Klang bestimmen. Solistisch ist die Trompete gelegentlich etwa von der britischen Band Cake und der deutschen Band Element of Crime eingesetzt worden.

Werke

Antonio Vivaldi: Konzert für zwei Trompeten und Orchester C-Dur RV 537
Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 2 BWV 1047
Georg Philipp Telemann: Konzert für Trompete und Orchester D-Dur
Giuseppe Tartini: Konzert für Trompete und Orchester D-Dur
Joseph Haydn: Trompetenkonzert in D-Dur
Johann Nepomuk Hummel: Konzert für Trompete
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 5 (1902)
Leoš Janáček: Sinfonietta (1925)
Igor Strawinsky: Symphonie in C (1940)
Aaron Copland: Sinfonie Nr. 3 (1946)
Paul Hindemith: Konzert für Trompete, Fagott und Streicher (1946)
Bernd Alois Zimmermann: Nobody Knows the Trouble I See – Konzert für Trompete und Orchester (1954)
Karl Heinz Stockhausen: »Donnerstag«, aus dem Zyklus »Licht« (1978)
Hans Werner Henze: Requiem (1990/92)

Diskografie

Louis Armstrong: The Complete Hot Five & Hot Seven Recordings (2000; Aufnahmen von 1925-1929)
Dizzy Gillespie: Jazz at Massey Hall (1953)
Miles Davis: Birth of the Cool (1953; Aufnahmen von 1949/1950)
Miles Davis: Kind of Blue (1959)
Miles Davis: Bitches Brew (1969)
Blood, Sweat & Tears: 2 (1969)
Chase: – (1971)
Element of Crime: (1994)
Cake: Fashion Nugget (1996)
Christian Scott: Anthem (2007)

Literatur

Bate, Philipp: The Trumpet and Trombone; London 1966
Tarr, Edward: Die Trompete; Mainz 2005
Keim, Friedel: Das große Buch der Trompete; Mainz 2005

Weblink

www.the-trumpet.de (Website zur Trompete)