Tuba

Tuba, lateinisch für Rohr, Aerophon (Blasinstrument, Polsterzungeninstrument, Blechblasinstrument), eigentlich der Name für alle Bassinstrumente der Gruppe der Bügelhörner, ist mit der Bezeichnung besonders die Basstuba mit nach oben weisender Stürze gemeint. Zu den Tuben gehören auch das Sousaphon und das Helikon, deren Röhre jeweils andere Formen aufweisen. Der Name selbst geht auf den bei den antiken Heeren der Römer verwendeten Nachbau des griechischen Salpinx zurück, eines Signalinstrumentes.

Tuba-Spieler

Tuba im Musikzug (Fotolia)

Bis ins 19. Jahrhundert hinein gab es keine Polsterzungeninstrumente mit Ventilen, weil die technischen Möglichkeiten der Herstellung von für die erforderliche Größe der Instrumente nötigen Ventilen nicht gegeben waren. So entstanden brauchbare Basstuben erst 1835 in Berlin, als F.W. Wieprecht und C.W. Moritz ein Patent für eine mit Ventilen ausgestattete Basstuba erhielten. In der Militärmusik setzte sich die Basstuba sehr schnell durch und nahmen auch in den Orchestern bald den Platz von Basshorn und Ophikleïde ein.

Gebaut werden Basstuba und Kontrabasstuba, deren zum größten Teil konisch verlaufende Röhre 3,6 Meter beziehungsweise 5,4 Meter lang ist, wie die anderen Blechblasinstrument aus Messingblech. Dabei ist die Basstuba in F oder Es gestimmt und hat einen Tonumfang von 1Des bis f¹; die Kontrabasstuba ist in C oder B gestimmt und hat einen Tonumfang von 2A bis c¹. Die Instrumente haben wenigstens vier Ventile, zusätzlich oft aber auch ein oder zwei weitere Kompensationsventile.

Im Orchester bildet die Basstuba mit den Posaunen eine Gruppe, meist wird ihr die Oktavierung der Posaunenstimme in die Tiefe übertragen. Solistisch tritt das Instrument selten in Erscheinung, Maurice Ravel gab ihr eine Rolle in seiner Bearbeitung von Modest Mussorgskis Komposition »Bilder einer Ausstellung«.

Es gibt von der Basstuba einige Sonderformen. Grundsätzlich werden in Großbritannien und Frankreich Instrumente von engerer Mensur als in Deutschland, Österreich und Osteuropa verwendet; dadurch ergibt sich auch ein etwas anderer Klang der Militärkapellen. Eine besonders weite Mensur weist der so genannte Kaiserbass auf. Andere Bauformen der Tuba sind das Sousaphon und das Helikon, beide Instrumente finden allerdings nur in Brassbands und Marschkapellen sowie in der Militärmusik Verwendung. Ein besonders auffälliges Bass-Bügelhorn ist in den USA in den Marching Bands zu sehen, ein Instrument von imposanter Größe, das waagerecht mit nach vorn weisender Stürze auf der Schulter getragen wird.

Nur selten ist das Instrument in der Rockmusik zu hören; Beispiele gibt es bei Blood, Sweat & Tears, deren Posaunist Dave Bargeron die Tuba virtuos spielte. Obwohl das Instrument in der Rockmusik nicht gebräuchlich ist, ist der für dieses Instrument typische Stil, der mächtige Klangstoß, auch bei Rockbassisten zu hören, die auch die charakteristische Bassbegleitung der Tuba nachahmen. Besonders die Spielweise von Paul McCartney ist häufig bei der Tuba entlehnt, wie Songs wie »When I’m Sixtyfour« und »Maxwell’s Silver Hammer« zeigen. Vermutlich wird hier der Einfluss der britischen Marschmusik deutlich. Im Jazz wird die Tuba häufiger eingesetzt, etwa bei Lester Bowies Gruppe Brass Fantasy: Auf dem Album »Avant Pop« (1986) sind einige Rocksongs zu hören, arrangiert für Blechbläser und Schlagzeug. Die Tuba spielt Bob Stewart.

Diskografie

Blood, Sweat & Tears: In Concert (1976)
Lester Bowie & Brass Fantasy: Avant Pop (1986)
The Beatles: Abbey Road (1969/1987)
Flash and The Pan: »Something About You«, auf: Flash and the Pan Collection (1990)