Wagnertuba

Wagnertuba, auch Waldhorntuba, Rheingoldtube oder Ringtube genannt, Aerophon (Polsterzungeninstrument, Blechblasinstrument), zu der Gruppe der Hörner zählendes Blasinstrument, das 1854 auf Veranlassung des deutschen Komponisten Richard Wagner konstruiert wurde; die Namen des Instrumentes beziehen sich auf den Komponisten beziehungsweise auf die Kompositionen Wagners, in denen es zuerst verwendet wurde.

Die Wagnertuba ist ein Horn, das äußerlich die ovale Form von Bügelhörnern zeigt, von diesen aber durch die zwar ebenfalls konische, aber engere Bohrung und die Verwendung von Waldhorn-Mundstücken abweicht; auch werden die drei bis vier Ventile wie beim Waldhorn mit der linken Hand betätigt. Die Wagnertuba – die somit eigentlich keine Tuba ist, da diese eindeutig zu den Bügelhörnern gehört –, wird als Tenor und als Bassinstrument gebaut; es gibt auch Doppel-Instrumente, in denen beide Lagen vereinigt sind. Die Tenor-Wagnertuba ist in B gestimmt und reicht im Tonumfang von 1B bis f2, die Bass-Wagnertuba in F von 1F bis a1. Im Orchester für Aufführungen der Wagner-Opern werden je zwei Instrumente der beiden Lagen verwendet, dann von Hornisten gespielt. Der Ton der Wagnertuben füllt mit ihrem kräftigen Klang den Raum zwischen Posaunen und der Basstuba.

Die Wagnertuba wurde nicht nur von Richard Wagner eingesetzt, sondern auch von Anton Bruckner in dessen Symphonie Nr. 7 (1883), von Richard Strauss in der Oper »Elektra« (1909) und in der »Alpensinfonie« (1915) sowie Igor Strawinsky in »Le ’Osieu de feu« (1910) und »Le sacre du printemps« (1913).