Zink

Zink, mittelhochdeutsch für »kleines Tierhorn«, italienisch: cornetto, französisch: cornet à bouquin, englisch: cornett, Aerophon (Blasinstrument, Polsterzungeninstrument), Holzhorn, das es in verschiedenen Formen gibt und dementsprechend als Gerader Zink oder Krummer Zink bezeichnet wird. Das Bassinstrument der Familie ist der Serpent. Wegen ihrer konischen Bohrung zählen die Instrumente zu den Hörnern.

Das Instrument wird aus Holz oder manchmal auch Elfenbein gefertigt. Die Röhre ist leicht gebogen und weist einen sechs- oder achteckigen Querschnitt auf. Da dieses Rohr aus zwei Teilen besteht, die nach dem Schneiden der inneren Röhre wieder zusammengefügt werden, ist das gesamte Instrument, um die Luftdichtigkeit zu gewährleisten, mit dünnem schwarzen Leder oder Pergament überzogen. Der Krumme Zink wird daher auch Schwarzer Zink genannt.

Das etwa 60 bis 65 Zentimeter lange Instrument hat sechs Grifflöcher auf der Vorderseite und eines auf der Rückseite. Der Tonumfang des am häufigsten verwendeten Diskantzinken reicht von a bis a2, der des Kleinen Krummen Zinken von d1 bis d3 oder auch e1 bis e3. Es gab auch einen Zink in Tenorlage, dessen Tonumfang von d bis d2 reichte; dieses Instrument war s-förmig gebogen. Gemeinsam ist allen Krummen Zinken, dass das Mundstück aus Silber, Horn oder Elfenbein von der Röhre getrennt werden konnte. Die Krümmung des Instruments weist im Übrigen nicht wie beispielsweise beim Krummhorn nach vorn, sondern zu einer Seite, meist der rechten.

Abweichend vom Krummen Zinken ist die Röhre des Geraden oder auch Weißen Zinken meistens aus einem Stück Holz gedreht, auf das das Mundstück aufgesteckt wird; es gibt allerdings auch Instrumente mit sechseckigem Querschnitt. Der Gerade Zink ist in A gestimmt und hat einen Tonumfang von a bis c3. Wenn das Mundstück an die Röhre angedreht, also fester Bestandteil der Röhre ist, handelt sich um einen so genannten Stillen Zinken. Die Bohrung dieses Zinken ist enger als die des gewöhnlichen Geraden Zinken. Stille Zinken gab es auch in Alt- und sogar Sopraninolage.

Der Klang der Zinke ähnelt dem der Trompeten, wenn er auch nicht das Strahlen des Blechblasinstrumentes zeigt; der Ton des Stillen Zinken dagegen ist – wie der Namen schon andeutet – leiser und ein wenig gedeckt. Anders als ein Blechblasinstrument wird der Zink nicht mit mittig aufgesetzten Lippen gespielt, sondern leicht seitlich versetzt. In der Hand eines geübten Instrumentalisten zeigen die aufgrund ihrer Intonationsprobleme keineswegs leicht zu spielenden Instrumente eine erstaunliche Modulationsfähigkeit. Seit die historische Aufführungspraxis auch die Musik der Renaissance und des frühen Barock erfasst hat, sind die verschiedenen Zinke auch im Konzert wieder zu hören. So gibt es etwa mit Bruce Dickey, Holger Eichhorn und Arno Paduch auch in jüngerer Zeit einige virtuose Spieler des Instrumentes.

Der Zink war seit dem 12. Jahrhundert in ganz Europa verbreitet und hatte im 16. und 17. Jahrhundert etwa gegenüber der Trompete eine Vormachtstellung, da er chromatisch gespielt werden konnte. Nach 1700 wurde er zunehmend von den stetig weiterentwickelten Blech- und Holzblasinstrumente verdrängt, wenn auch der Serpent als Bassinstrument so schnell nicht ersetzt werden konnte und daher etwa in Frankreich noch bis ins 19. Jahrhundert eine gewisse Bedeutung hatte.

Werke

Giovanni Gabrieli: Sacrae symphonie (1597)
Claudio Monteverdi: »Orfeo« (1607)
Heinrich Schütz: Symphoniae sacrae (1629 ff.)
Johann Christoph Pezel: Fünff-stimmigte blasende Musik (1685)

Diskografie

Diverse Interpreten: Im Maien. Musik für Zink und Virginal (2010; Werke von Arnolt Schlick, Giovanni Perluigi da Palestrina u.a.)
Diverse Interpreten: Quell lacivissimo cornetto – Virtuoso Solo music fro Cornetto (2007; Werke von Tarquinio Merula u.a.)

Literatur

Moeck, Hermann/Mönkemeyer, Helmut: Zur Geschichte des Zinken; Celle 1973 Overton, Friend Robert: Geschichte, Bauweise und Spieltechnik eines historischen Instrumentes; Mainz 1981 Reidemeister, Peter (Hrsg.): Basler Jahrbuch für historische Musikpraxis Band V; Winterthur 1982