Clonewheel Organ

Clonewheel Organ, zusammengesetzt aus englisch Clonewheel, dieses zusammengesetzt aus englisch clone für »Klon, Kopie, schlechte Kopie« und wheel für »Rad«, sowie Organ für »Orgel«, Orgel, die – meist auf der Basis eines elektronischen Generators – die elektromechanische Tonerzeugung von Hammond-Orgeln nachahmt. Orgeln mit elektromechanischer Tonerzeugung werden auch Tonewheel Organ, wie bei diesen Orgeln gezahnte Räder aus Metall für die Erzeugung der einzelnen Töne eingesetzt werden. Das Wort Clonewheel Organ gehört zum Musiker-Jargon.

Da elektromechanische Hammond-Orgeln sehr teuer und damit für viele Musiker unerschwinglich waren, gab es schon seit den 1950er-Jahren Versuche, den spezifischen Klang der Instrumente von Hammond mit elektronischen Mitteln nachzuahmen; elektronische Generatoren sind in der herstellung schon damals wesentlich billiger gewesen als elektromechanische Generatoren. Ein weiterer Grund, Alternativen zu Hammonds Orgeln zu suchen, mag darin zu sehen sein, dass elektromechanische Orgeln sehr schwer sind und je nach Ausrüstung vier und mehr Zentner wiegen können.
Das Nachahmen des Klangs der Hammond-Orgeln mit elektronischen Mitteln erwies sich indes als nahezu unmöglich. Zwar waren auch elektronische Orgeln mit Sinuston-Generatoren ausgerüstet, ebenso mit Zugriegeln, doch war der Klang dieser Instrumente starr und strahlte eine seltsame »Kühle« aus. Musiker mieden daher diese Orgeln.
1980 brachte die japanische Firma Korg mit der einmanualigen CX-3 die erste Orgel mit elektronischer Tonerzeugung auf den Markt. Das im Vergleich zu den Orgeln der Firma Hammond sehr preiswerte Instrument war in der Lage, den Klang der elektromechanischen Tongeneratoren nahezu exakt nachahmen zu können, jedenfalls überzeugend genug, dass viele Keyboard-Spieler die CX-3 und die bald folgende zweimanualige Version BX-3 als Alternative annahmen. Bald traten auch andere Firmen auf den Plan, die ähnlich Instrumente anboten. Zu diesen gehörten im Laufe der Jahre etwa Viscount, Oberheim, Roland (VK1),Böhm, Wersi und Clavia, aber auch Hammond selbst, nachdem die Produktion der elektromechanischen Orgeln eingestellt worden war. Als in den 1990er-Jahren der Klang der Schwergewichte von Hammond wieder populär wurde, brachte Korg CX-3 und BX-3 mit geänderter, dann nämlich digitaler Tonerzeugung erneut auf den Markt, New CX-3 bzw. New BX-3 genannt. Auch viele Synthesizer hielten die Möglichkeit bereit, den Klang der alten Orgeln zu nutzen, so etwa manche Instrumente der amerikanischen Firma Kurzweil.
Die Methoden der Tonerzeugung sind dabei nicht einheitlich: Sie kann auf analogen oder digitalen Oszillatoren beruhen, Clavia setzt einen DSP (Digital Signal Processor) ein, wieder anderer verwenden Samples,letzteres in diversen Libraries.
Die bloße Existenz von Clonewheel-Orgeln rief die Diskussion hervor, ob sie in der Lage wären, den Klang der originalen Hammond-Modell perfekt nachzuahmen, eine Diskussion, die häufig genug von Puristen geführt und stets zugunsten der Orgeln Hammonds entschieden wurde. In der Konzertpraxis allerdings sind Feinheiten des Hammond-Klangs, die im Studio noch Relevanz haben mögen, schon allein aufgrund der großen Lautstärke nicht zu erkennen. Der Mythos der nicht mehr hergestellten Hammond-Orgeln mit elektromechanischer Tonerzeugung ruft bei vielen Spielern offensichtlich aus Gründen der Psychoakustik den Eindruck des »besseren« Klangs hervor. Natürlich hat auch kein stolzer Besitzer einer B3 oder C3 von Hammond auch nur einen kleinen Grund, sein Instrument gegen eine Clonewheel-Orgel auszutauschen.