Expander

Expander,

1) Audiotechnik, Studiotechnik; elektronisches Gerät, das – bei Bedarf in den Signalweg geschaltet – die Dynamik eines Schallereignisses ausweitet. Dem gleichen Zweck kann auch entsprechende Software dienen, wie sie etwa zur Ausstattung von Audioeditoren gehören kann. Gerät respektive Software bilden das Gegenstück zum Kompressor; sind beide Einheiten in einem Gerät bzw. Software, spricht man von einem Kompander.
Der Expander schwächt die leisen Anteile eines Schallereignisses weiter ab, während er die lauten verstärkt; Abschwächung wie Verstärkung können in Grenzen eingestellt werden. Durch die Ausweitung der Dynamik wird auch der Klang verändert, so dass Expander auch als Effektgerät, zumal in von elektronischen Instrumenten bestimmter Musik, verwendet werden.

2) Musikinstrumente, Synthesizer; Expander wurden seit den 1970er-Jahren Synthesizer-Module genannt, die die bekannten modularen Systeme etwa der Firma Moog erweiterten, oft um Funktionen, die diese nicht besaßen. Die erste Firma, die Expander für die Moog-Synthesizer herstellte, war die Firma Oberheim. Nach Einführung der MIDI-Schnittstelle wurden auch Synthesizer Expander genannt, die nicht über eine eigene Tastatur verfügten, sondern über einen bereits vorhandenen mit Tastatur ausgestatteten Synthesizer oder aber ein Masterkeyboard angesteuert wurden. Häufig waren derartige Expander die tastaturlosen Ausgaben von herkömmlichen Synthesizern. So stellte etwa die Firma Roland ihren Synthesizern D-10, D-50 oder D-70 die Expander D-110 und D-550 zur Seite. Alle diese Synthesizer verfügten über dieselbe Tonerzeugung, waren jedoch unterschiedlich ausgestattet. Der Begriff Expander kam in den 1990er-Jahren außer Gebrauch, weil er den ursprünglichen Sachverhalt nicht mehr exakt beschrieb. Stattdessen wurden Begriffe wie Sound-Modul oder Rack-Synthesizer geprägt.