Masterkeyboard

Masterkeyboard, zusammengesetzt aus master für »Herr, Meister« und keyboard für »Tastatur«, Tastatur in Form einer Klaviatur, die der Steuerung elektronischer Klangerzeuger dient, selbst aber nicht über eine Tonerzeugung verfügt; Masterkeyboards sind erst mit der Einführung von MIDI möglich geworden.

Ein Masterkeyboard ist besonders für das Senden von MIDI-Befehlen ausgelegt, um mehrere ebenfalls mit MDI ausgerüstete elektronische Klangerzeuger wie Synthesizer, Drum-Machines und Sampler ansteuern zu können. Für einen Aufbau werden also nicht mehr mehrere mit Tastaturen ausgerüstete Klangerzeuger benötigt, sondern lediglich das Masterkeyboard und die gewünschten Klangerzeuger, wobei es gleichgültig ist, ob in diese eine Tastatur eingebaut ist oder nicht. Die Geräte werden untereinander meist in einer Kette mit Kabeln verbunden: Aus der MIDI-Out Buchse zur MIDI-In-Buchse des ersten Klangerzeugers, von da aus der MIDI-Through-Buchse in die MIDI-In-Buchse des nächsten Gerätes usw. Manche Masterkeyboards verfügen nicht nur über eine MIDI-Out-Buchse, sondern über mehrere.

Da Masterkeyboards anders als mit einer Tastatur ausgestattete Synthesizer meist einen Großteil der MIDI-Befehle senden können, bieten sie diverse Einstellmöglichkeiten in Form von Schaltern und Reglern. So können Anschlagsdynamik, Aftertouch, Programmwahl und Kanalwahl vom Masterkeyboard geliefert werden. Oft gebrauchte Einstellungen könne in der Regel gespeichert und wieder abgerufen werden. Die Tastatur lässt sich in der Regel in mehrere Bereich, so genannte Splitting-Zonen, einteilen, der jeweilige Split Point, also der Ort der Teilung auf der Klaviatur, lassen sich frei festlegen. Auf diese Weise können mit einer einzigen Tastatur beispielsweise mehrere Synthesizer parallel gespielt werden.

Die Tatstatur eines Masterkeyboards erfüllt oft sehr hohe Ansprüche, ähnelt in ihrem Anschlagsverhalten der Tastatur eines Flügels und ermöglicht dementsprechend auch diverse pianistische Techniken. Für Spieltechniken wie sie etwa bei der Hammond-Orgel üblich sind (Smear, Palm Glissando) dagegen lassen sich dagegen schwer einsetzen, da die Tasten denen eines Klaviers gleichen, also einen Überstand haben, den Orgeltastaturen nicht aufweisen. Der Tastaturumfang eines Masterkeyboards beträgt wenigstens 61 Tasten, doch bevorzugen die meisten Keyboard-Spieler Keyboards mit dem üblichen Umfang von 88 Tasten.

Reine Masterkeyboards sind in jüngerer Zeit ein wenig von so genannten Controllern verdrängt worden. Im Grunde handelt es sich dabei ebenfalls um Masterkeyboards, doch werden Controller mittels USB an einen Computer angeschlossen; Controller dienen eher der Steuerung eines Sequencers oder einer DAW, als das mit ihnen Klangerzeuger direkt angesteuert werden.

Viele Musiker bevorzugen als Masterkeyboard entsprechen ausgestattete Workstations, die einerseits oft alle Funktionen eines Masterkeyboards bieten, aber auch über eine eigene Klangerzeugung verfügen.