Minimoog

Stichworte Bob Moog | Synthesizer



Minimoog, monophoner Synthesizer der amerikanischen Firma moog music®, 1970 vorgestellt und bis 1981 produziert.

Mit der Popularisierung der modularen Synthesizer der Firma Moog entstand vor allem unter Rockmusiker Ende der 1960er-Jahre der Wunsch nach einem kompakten, leicht handhabbaren und dazu noch kostengünstigen Synthesizer, der vor allem den Erfordernissen von Konzertauftritten gerecht werden sollte. Moog fertigte Anfang 1970 einen Prototyp an: Er setzte einige Module des modularen Systems mitsamt einer Tastatur in ein gemeinsames Gehäuse und verdrahtete die Module fest miteinander. Verbindungen der Module mittels Patch-Kabel waren weder vorgesehen noch erforderlich, stattdessen sollten die Verbindungen der Module untereinander mittels Schaltern vorgenommen werden. Dieser Prototyp des Minimoogs – intern Model A genannt – verfügte über drei Oszillatoren, einen Rauschgenerator, eine Mischeinheit, einen Filter und einen spannungsgesteuerten Verstärker. Mit einer Tastatur von 3 1/2 Oktaven Umfang (44 Tasten) fand der Synthesizer in einem kompakten Holzgehäuse Platz. Diese grundsätzliche Bauweise wurde für das später in Serie gefertigte Model D übernommen.
Bei diesem Modell kann der eigentliche Synthesizer-Teil aus dem Gehäuse schräg nach vorn geklappt werden, um dem Musiker die Einstellungen zu erleichtern. Als Spielhilfen sind ein Pitch-Bend-Rad und ein Modulationsrad links neben der Tastatur vorgesehen. Die drei Oszillatoren können über einen Stufenschalter in sechs verschiedenen Fußlagen betrieben werden (32′ bis 2′); einer der Oszillatoren kann außerdem als Modulationsoszillator eingesetzt werden. Die Oszillatoren bieten sechs verschiedene Wellenformen, neben einer Dreieckschwingung sind es Rechteck- und Sägezahn-Schwingungsformen verschiedener Ausprägung. Eine Pulsbreitenmodulation der Rechteckschwingung ist nicht möglich. Mit Hilfe der Mischeinheit können die Lautstärkeanteile der drei Oszillatoren und des zuschaltbaren Rauschgenerators – der weißes oder rosa Rauchen erzeugen kann – festgelegt werden. Effekte wie Glide, Decay, Oszillator-Modulation, Filter-Modulation und weitere mehr werden über in der Mischeinheit angeordnete Schalter in den Signalweg eingefügt. Bei dem auf die Mischeinheit folgenden Filter handelt es sich um einen 24-dB-Tiefpassfilter, dessen Eckfrequenz (Cutoff), Güte (Emphasis) und Wirkung der Hüllkurve (Amount of contour) vom Musiker festgelegt werden können. Dem Filter ist ein eigener Hüllkurvengenerator fest zugeordnet. Auch der folgende Verstärker verfügt über einen eigenen Hüllkurvengenerator.
Der Minimoog kann von außen angesteuert werden; wie alle Synthesizer der Firma Moog basiert die Spannungssteuerung des Minimoog auf der Ein-Volt/Oktave-Charakteristik. Filter und Verstärker können auch für die Bearbeitung externer Audiosignale verwendet werden.
Der Minimoog-Synthesizer war von seiner Markteinführung an sehr erfolgreich, was sich auch an seinem für ein elektronisches Instrument außergewöhnlich langen Produktionszeitraum con 1971 bis 1980 ablesen lässt. Er setzte hinsichtlich seines Konzeptes Maßstäbe, die bis in jüngste Zeit Geltung haben. Aufgrund seines einzigartigen Klanges blieb das Instrument auch nach Einstellung der Produktion sehr gesucht und hat als Bass-Synthesizer selbst in jüngster Dancefloor-Musik große Bedeutung. Die Rockmusik der 1970er-Jahre ist ohne den Klang des Minimoogs nicht denkbar.
Der Minimoog wurde von zahlreichen Keyboard-Spielern eingesetzt und gehörte mit der Hammond-Orgel und dem Fender-Rhodes-Piano zur Standardausstattung professioneller Rock- und Jazzmusiker. Die Digitaltechnik ermöglichte es seit den 1990er-Jahren, Samples des Minimoogs auf Computern zu speichern und für Musikproduktionen zu nutzen. Ebenso sind auf Virtual Modeling basierende Software-Versionen des Instrumentes erhältlich.
Die anhaltende Nachfrage nach dem Minimoog führte schließlich dazu, dass die wieder erstandene Firma Bob Moogs 2002 mit dem Minimoog Voyager einen Nachfolger auf den Markt brachte. Im Wesentlichen beruht das ebenfalls lediglich monophone Instrument auf analoger Technik, ist in Teilen aber digital ausgelegt. So können Klänge in mehreren Bänken gespeichert werden, was mit dem früheren Instrument nicht möglich war. Darüber hinaus ist eine MIDI-Schnittstelle in das Instrument eingebaut, doch gibt es auch eine puristische Ausführung des Voyagers, der eben diese Schnittstelle fehlt.



Literatur

Becker, Matthias: Synthesizer von gestern; Augsburg 1990



Weblinks

http://www.moogmusic.com (Offizielle Website des Herstellers elektronischer Musikinstrumente Moog Music)