Tracker

Tracker, von englisch track für »Spur«, Software-Sequencer, die seinerzeit für den Commodore-Computer Amiga entwickelt worden war und vorrangig dem Programmieren von Musik für Computer-Spiele diente. Der erste Tracker, der Ultimate Soundtracker, wurde 1987 von Karsten Obarski programmiert; Tracker ähneln zwar Software-Sequencern, weisen aber auch einige Unterschiede auf.

Während die Sequencer sich aus MIDI-Sequencern zu den heute üblichen Digital Workstations (DAW) entwickelten, spielte bei Trackern MIDI noch keine Rolle. Vielmehr bestand ein Tracker im Grunde nur aus einer Zeitleiste, auf der Klangereignisse angeordnet werden konnte. Anders als bei den MIDI-Sequencern war diese Zeitleiste senkrecht angeordnet. Die Klangereignisse, Samples genannt, wurden in Pattern organisiert, wobei ein kleines Handicap darin bestand, dass eine Viertelnote maximal in 96 Teile aufgelöst werden konnte. Die Samples lieferte ein so genannter Sampler, der die zuvor angefertigten Samples in einer Liste sammelte; Samples sind authentische Klänge, die digitalisiert wurden. Der Nutzer des Trackers konnte nun die Samples zu Pattern zusammenstellen und auf der Zeitleiste anordnen. Der Commodore Amiga konnte aufgrund der Auslegung seines Sound-Chips lediglich vier Kanäle ausgeben, für die Musik früherer Computer-Spiele allemal ausreichend, für avancierte Musik indes nicht. Spätere Tracker konnten auf einer größeren Anzahl von Kanälen eingerichtet werden. Eine Bearbeitung der Samples war nur in einfacher Form, möglich: Die Lautstärke des einzelnen Samples konnte erhöht oder verringert werden, ebenso seine Frequenz. Fertige Musikstücke wurden vorrangig nicht in einem Audioformat wie Wav oder einem komprimierten Audioformat wie MP3 ausgegeben, sondern als Mod-File. Es gibt allerdings eine Vielzahl weiterer Formate, die sich meist in der Zahl der verfügbaren Kanäle unterscheiden.
Da Tracker gemessen an Sequencern relativ einfach zu handhaben waren, waren sie besonders zur Produktion von Tanzmusik prädestiniert. Im Laufe der 1990er-Jahre und erst recht nach 2000 wurden die Möglichkeiten der Tracker erheblich ausgeweitet. Da zur selben Zeit auch die MIDI-Sequencer für die Nutzung von Samples ausgebaut wurden, wuchsen die vordem getrennten Bereiche von Musikproduktions-Software zusammen. Dennoch gibt es nach wie vor Tracker, die nicht in der Lage sind, MIDI-Daten auszugeben oder anzunehmen. Bekannte Tracker-Programme sind etwa Fasttracker, Milky Tracker, Open ModPlug Tracker, Buzz, Mad Tracker, Renoise und Chibi Tracker. Mit Trackern erzeugte Musik spielt nach wie vor im Bereich von Computer-Spielen und bei Spiele-Konsolen eine Rolle.