Andrea Amati

Amati, Andrea, italienischer Geigenbauer, * Cremona 1505, † ebenda 1577

Biografie

Über das Leben des Begründers der für den Geigenbau bedeutenden Familie Amati ist nur wenig bekannt. Zwar arbeitete Andrea Amati kaum zwanzigjährig bereits als Geigen- und Lautenmacher, doch ist über Ort und Art seiner Ausbildung nichts bekannt, wenn es auch möglich scheint, dass Gasparo di Bertolotti sein Lehrer gewesen ist. 1539 bezog Andrea Amati ein Haus in seiner Heimatstadt, das er später kaufte und seitdem auch als selbständiger Instrumentenbauer genannt wurde. Aus seiner wohl in den 30er-Jahren des Jahrhunderts geschlossenen Ehe stammen seine Söhne Antonio und Girolamo, die ebenfalls bedeutende Geigenbauer waren.

Andrea Amati standardisierte die bis dahin in einer Vielzahl von Typen existierende Violine zu der heute übliche Form. Er erkannte die Bedeutung von Holzwahl, äußerer Form und Lackierung und verwandte als wohl einer der ersten Geigenbauer eine innere Form für den Bau des Korpus. Amati auch setzte die Form des Instrumentes vor allem im Schulterbereich eindeutig von der Gambenform (abfallende Schultern) ab.

Seine Violinen können in zwei Gruppen eingeteilt werden: Die Instrumente der einen sind mit einer Korpuslänge von 350 bis 355 mm um weniges länger als die zweite, deren Korpus eine Länge von 340 bis 345 mm Länge beträgt. Die Zahl der heute noch bekannten und seiner Werkstatt zugeschriebenen Violinen beträgt knapp zwei Dutzend Instrumente, 13 Violinen, fünf Bratschen und drei Violoncelli, die meisten davon in Museen in Europa (Cremona, Paris, Oxford, Carlisle), den USA (New York, Vermillion) und Asien (Tainan). Nicht alle Instrumente befinden sich im Originalzustand.